Ilsestein, Granitfelsformation in Ilsenburg, Deutschland.
Der Ilsestein ist eine Granitfelsformation, deren Gipfel 473,2 m ü. NHN erreicht und die etwa 2 km südsüdwestlich von Ilsenburg liegt. Sie erhebt sich 130 bis 150 m über die westlich vorbeifließende Ilse. Ausgrabungen zwischen 1955 und 1962 rekonstruierten den Grundriss einer kleinen salierzeitlichen Burg des 11. Jahrhunderts auf dem Felsen.
Um das Jahr 1000 entstand auf dem Ilsestein eine kleine salierzeitliche Reichsburg, kurz nachdem die Bischöfe von Halberstadt die sächsische Burg Elysynaburg in das Kloster Ilsenburg umgewandelt hatten. Die Burgmannschaft aus Reichsministerialen überwachte das Königsgut, unternahm aber Plünderungen auf Klostergütern; Ende 1105 wurde die Burg auf Befehl Papst Paschalis' II. durch eine kaiserfeindliche Opposition zerstört. Ausgrabungen zwischen 1955 und 1962 rekonstruierten ihre Lage.
Der Name verweist auf die Jungfrau Ilse der Ortssagen: Herzog Heinrich soll von ihr drei Jahre im Felsenreich gebannt worden sein. Heinrich Pröhle brachte diese Sagen zu Papier, Otto Roquette gestaltete die bekannteste als Versepos „Herr Heinrich“. Goethe erwähnt den „Ilsenstein“ in der Walpurgisnacht des Faust I und zusammen mit Heinrichshöhe und Schnarcherklippen im Faust II; Heine beschreibt in Die Harzreise seine Besteigung, und Adelheid Wettes Textbuch zu Humperdincks Hänsel und Gretel nennt einen „Ilsenstein“.
Der Ilsestein ist über ausgeschilderte Wanderwege erreichbar, die vom Ortskern Ilsenburgs durch das Ilsetal führen. In der Nähe gibt es eine Gaststätte, aber festes Schuhwerk ist empfehlenswert, da der Aufstieg zum Gipfel über unebenes Gestein führt.
Das Eisenkreuz auf dem Gipfel ließ Graf Anton zu Stolberg-Wernigerode am 16. Oktober 1814, ein Jahr nach dem Gefecht bei Möckern, für seine in den Befreiungskriegen 1813–1815 gefallenen Freunde errichten. Am 18. Oktober 1913 wurde im Beisein von Fürst Christian-Ernst zu Stolberg-Wernigerode eine Tafel mit der Entstehungsgeschichte des Kreuzes enthüllt.
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