Kollmar & Jourdan-Haus, Jugendstil-Industriegebäude in Pforzheim, Deutschland
Das Kollmar & Jourdan Haus ist ein Jugendstilgebäude in Pforzheim, das als Fabrik für Schmuck und Bijouterie errichtet wurde. Die Fassade besticht mit farbigen glasierten Ziegeln in Grün, Weiß und Brauntönen, die sich über mehrere Geschosse erstrecken und dem Bau sein charakteristisches Aussehen geben.
Der Architekt Hermann Walder entwarf dieses Produktionsgebäude, das von 1901 bis 1977 an der Bleichstraße als Manufaktur für Schmuck und Bijouterie betrieben wurde. Nach Schließung der Fabrik wurden die Räume von verschiedenen kulturellen und Bildungseinrichtungen übernommen.
Fünf keramische Medaillons auf den Balüstraden der zweiten Etage zeigen Reliefbüsten, die die Kontinente Afrika, Australien, Europa, Asien und Amerika symbolisieren. Diese Verzierungen spiegeln die international ausgerichtete Geschäftstätigkeit des Hauses wider und zeigen das damalige Selbstverständnis als weltweit verbundenes Unternehmen.
Das Gebäude beherbergt heute mehrere Institutionen, darunter ein Museum zur Schmuck- und Uhrenindustrie, eine Kunstgalerie und eine Schule. Besucher können die restaurierten Räume erkunden und verschiedene Ausstellungen und Bildungsangebote nutzen.
Die Eingangstür an der Bleichstraße 81 verbindet gotische Gestaltungselemente mit der sonst charakteristischen Jugendstilsprache des Hauses und zeigt damit eine unerwartete stilistische Mischung. Dieses Nebeneinander von Stilrichtungen dokumentiert die Übergangsphasen architektonischer Entwicklung zu Beginn des 20. Jahrhunderts.
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