Lübecker Gänge und Höfe, Mittelalterliche Wohngassen in der Altstadt, Deutschland
Lübecker Gänge und Höfe sind mittelalterliche Wohnpassagen und Innenhöfe, die hinter den Hauptstraßenhäusern der Altstadt verborgen liegen und kleine zweistöckige Gebäude bilden. Diese Netzwerke zeigen, wie Menschen in dicht besiedelten Bereichen innerhalb der Stadtmauern zusammenlebten.
Im 14. Jahrhundert errichteten Kaufleute diese Wohnpassagen, um Arbeiter und Handwerker unterzubringen, während die Bevölkerung innerhalb der Stadtmauern schnell anwuchs. Sie entstanden als praktische Lösung für die wachsenden Platzmangel in der Hansestadt.
Die Gassen verdanken ihre Namen oft den Bewohnern oder deren Handwerk – beispielsweise benannte man den Garbereiter Gang nach Köchen und Lebensmittelhändlern, die dort lebten. Heute erinnern solche Bezeichnungen an die spezialisierte Arbeitswelt, die diese Räume einmal prägte.
Von ursprünglich etwa 180 Gängen und Höfen sind heute rund 90 für Besucher zugänglich, wobei einige Bereiche nachts durch Tore oder Türen verschlossen werden. Es ist ratsam, diese Orte tagsüber zu erkunden und die lokalen Wege zu respektieren, da sie noch immer Wohnzonen sind.
Der Füchtingshof-Hof diente als Drehort für Friedrich Wilhelm Murnaus Horrorfilm Nosferatu von 1922 und prägte damit Filmgeschichte. Die Location zeigt heute noch einige der ursprünglichen Strukturen, die in diesem Klassiker des deutschen Kinos zu sehen waren.
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