Militärgefängnis Schwedt, Strafvollzugseinrichtung des Militärs der DDR
Das Militärgefängnis Schwedt war die einzige Einrichtung dieser Art in der DDR und diente der Inhaftierung von Soldaten und Polizisten, die gegen Vorschriften verstoßen hatten. Der Komplex bestand aus mehrgeschossigen Kasernen, Zellenblöcken und Verwaltungsgebäuden in Schwedt/Oder.
Das Gefängnis wurde 1968 unter dem Innenministerium eröffnet und später der Armee unterstellt, was es zur einzigen Militärhaftanstalt der DDR machte. Ab 1982 konnten Offiziere Soldaten ohne Gerichtsverfahren dorthin schicken, bis die Einrichtung am 31. Mai 1990 im Zuge der Wiedervereinigung geschlossen wurde.
Der Name des Gefängnisses allein reichte aus, um bei Soldaten der DDR Angst auszulösen, ohne dass man je dort gewesen sein musste. Wer heute durch die erhaltenen Gebäude geht, bekommt ein Gefühl dafür, wie stark Kontrolle und Überwachung den Militäralltag bestimmten.
Das Gelände ist heute ein Gedenkort mit erhaltenen Gebäuden wie dem Wachturm und den Zellenblöcken, die im Rahmen einer Freiluftausstellung besichtigt werden können. Geführte Touren finden von März bis Oktober statt und werden zum Teil von ehemaligen Häftlingen geleitet.
Nach ihrer Entlassung war es den Gefangenen unter Androhung von Strafe verboten, über ihre Zeit im Gefängnis zu sprechen, was die Einrichtung jahrzehntelang aus dem öffentlichen Bewusstsein verschwinden ließ. Viele Berichte von ehemaligen Häftlingen wurden daher erst nach der Wiedervereinigung bekannt.
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