Quadratestadt, Planstadt in Mannheim, Deutschland.
Quadratestadt ist ein Viertel in Mannheim mit 144 rechteckigen Blöcken, die in einem Gittermuster angeordnet sind und durch Buchstaben und Zahlen statt Straßennamen bezeichnet werden. Die Blöcke erstrecken sich mit gleichmäßigen Abständen in alle Richtungen und bilden eine ordentliche, übersichtliche Struktur für Bewegung und Orientierung.
Die Planung des Viertels begann 1606, als Kurfürst Friedrich IV. den niederländischen Festungsbaumeister Bartel Janson mit dem Entwurf eines militärisch beeinflussten Stadtgrundrisses neben der Friedrichsburg-Zitadel beauftragte. Dieser innovative Ansatz einer planmäßigen Stadt prägte das Verständnis von modernem Städtebau.
Das Viertel ist nach seinem rechtwinkligen Grundriss benannt, der einen ungewöhnlichen Charakter schafft, den man beim Gehen sofort spürt. Die Bewohner und Besucher navigieren durch eine ordnung, die sich grundlegend von anderen europäischen Stadtvierteln unterscheidet.
Das Viertel folgt einem systematischen Orientierungssystem, bei dem Blöcke von Osten nach Westen alphabetisch und von Norden nach Süden numerisch bezeichnet werden, was die Navigation vereinfacht. Dieses Schema hilft Besuchern, sich schnell zurechtzufinden und den Überblick über die gesamte Gegend zu behalten.
Der Begriff Quadratestadt erschien erstmals in Ratsprotokollen 1676 und markierte den Beginn eines strukturierten Benennungssystems, das die Identität des Viertels bis heute definiert. Dieses Namensgebungskonzept war für seine Zeit revolutionär und wird in wenigen anderen europäischen Städten so konsequent angewandt.
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