Nonnenhof, Naturschutzgebiet bei Neubrandenburg, Deutschland
Der Nonnenhof ist ein 1.049 Hektar großes Naturschutzgebiet am See Lieps bei Neubrandenburg. Die regelmäßige Überflutung der Halbinsel Nonnenhof hat Sumpf- und Großseggen-Erlenbruchwälder entstehen lassen; das Ufer der Lieps wird von Schilf- und Binsenröhrichten sowie einer artenreichen Schwimmblattflur gesäumt. Das Gebiet schützt 170 Vogelarten und dient Seeadler, Fischadler und Schwarzstorch als Nahrungsrevier.
Die Halbinsel und die Lieps wurden 1937 unter Schutz gestellt; das Naturschutzgebiet umfasst heute 1049 Hektar. 1988 wurde das Gebiet als Teil eines europäischen Vogelschutzgebietes anerkannt. Die NABU-Stiftung Nationales Naturerbe besitzt einen großen Anteil der Flächen und sorgt dafür, dass die nassen Wiesen und Erlenbruchwälder offen bleiben.
Der Name Nonnenhof verweist auf ein früheres Nonnengut, ohne dass die Quellen diese Geschichte näher ausführen. Heute fällt vor allem die Vogelwelt auf: 170 Brutvogelarten, darunter Bekassine, Waldschnepfe, Wachtel und Wachtelkönig sowie Eisvogel, Kranich, Graureiher und Kormoran. Beim Zug rasten bis zu 17.000 Waldsaat- und Blessgänse auf der Lieps.
Auf der Lieps verkehren nur Fahrgastschiffe, und zwar im ausgetonten Bereich zwischen Neubrandenburg und Prillwitz; privater Bootsverkehr, Tauchen und Angeln sind auf dem See untersagt. Das Gebiet liegt in den oberen Tollensebecken, umgeben von Penzlin, Hohenzieritz, Blumenholz und Groß Nemerow. Unmittelbar am Naturschutzgebiet entsteht zwischen der Lieps und dem südöstlichen Ufer des Tollensesees eine Feriensiedlung mit Schwedenhäusern.
Während der Zugzeit sammeln sich hier große Schwärme von Gänsen, um zu rasten und Nahrung zu finden. Dieses Phänomen macht das Gebiet zu einem wichtigen Zwischenstopp auf ihrem Weg zwischen Norden und Süden.
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