Spitzen Gebel, Gotisches Gebäude in Mitte, Deutschland
Das Spitzen Gebel ist ein zweigeschossiges rotsteinsichtiges Bürgerhaus mit steilem Spitzgiebel in der Straße Hinter dem Schütting 1 in Bremen. Die Utlucht hat oben wie unten vier in Sandstein gefasste Fenster, die Giebelfenster sind kleine Rechtecke. Das Gebäude ist das letzte rekonstruierte mittelalterliche Bürgerhaus der Hansestadt.
Das Haus entstand um 1400 und ist das letzte rekonstruierte mittelalterliche Bürgerhaus Bremens. Die Utlucht stammte von 1590, das Portal von um 1610. Nach der Zerstörung 1944 wurde es von 1948/49 bis 1950 im Auftrag einer Brauerei nach Plänen des Architekten Bernhard Wessel wieder aufgebaut, mit vier in Sandstein gefassten Fenstern an der Utlucht und etwas geringerer Giebelhöhe.
Der plattdeutsche Name Spitzen Gebel bedeutet „spitzer Giebel“ und bezieht sich auf den spätgotischen Giebel der Fassade. Ab 1913 beherbergte das Haus das Büro der Vereinigten Klavierträger, weshalb ältere Bremer es noch Klavierträgerhaus nennen. Die Gaststätte pflegt deren Sitte des Sluk ut de Lamp: Ein Kräuterschnaps nach einem jahrhundertealten schwedischen Familienrezept wird aus einer alten Laterne serviert.
Das Gebäude befindet sich am Marktplatz von Bremen und ist normalerweise zu Besuchszeiten zugänglich. Besucher sollten beachten, dass die Öffnungszeiten sich je nach Tag unterscheiden und an Spieltagen des Werder Bremen variabel sind.
Die Klavierträger entwickelten eine eigene Tradition: Sie versteckten Schnaps in Laternen, woraus das charakteristische Getränk 'Sluk ut de Lamp' entstand. Dieses Getränk wird bis heute in dekorativen Laternen aus der Lampe serviert und ist ein Relikt dieser besonderen Geschichte.
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