St. Marien, Gotische Kirche in Burlo, Deutschland
St. Marien ist eine einschiffige Saalkirche der Backsteingotik mit acht Jochen und 5/10-Chorabschluss; der Innenraum misst 39 Meter in der Länge, 7,40 Meter in der Breite des Ostteils und etwa zwölf Meter in der Höhe. Über den roten Backsteinmauern, deren Strebepfeiler den einzigen Außenschmuck bilden, sitzt ein sechseckiger Dachreiter mit zwei Glocken von 1631 und 1643. Über dem rechtwinkligen Westportal stehen eine Muttergottes und ein dreibahniges Maßwerkfenster aus Sandstein.
Eine erste Kapelle, 1242 als Oratorium des Einsiedlers Siegfried erwähnt, ging der Kirche voraus. 1245 ließen sich die Wilhelmiten nieder und errichteten um 1300 den Großteil des heutigen Baus; 1448 übernahmen die Zisterzienser, erhöhten die Westmauern und wölbten den Saal ein, mit Kirchweihe am 1. Oktober 1474. Nach Zerstörungen im Dreißigjährigen Krieg wurde die Kirche wiederhergerichtet und 1682 mit neuem Hochaltar und zwei Seitenaltären neu geweiht. 1921 übernahmen die Hünfelder Oblaten das Kloster, 1951 kauften sie die Kirche.
Die Kirche ist dem Fest Mariä Himmelfahrt geweiht, und marianische Themen kehren im Inneren wieder: Der neugotische Hochaltar vom Ende des 19. Jahrhunderts zeigt Szenen aus ihrem Leben, die Chorfenster tragen marianische Motive und wurden 1949 renoviert. Im Chor stehen sechs hölzerne Heiligenfiguren von etwa 1700, darunter Maria Magdalena mit Totenschädel und Barbara mit Turm.
Das Gebäude ist zugänglich und bietet Besuchern die Möglichkeit, den Innenraum zu erkunden, einschließlich des Hauptschiffs und der Seitenschiffe. Es werden regelmäßig Gottesdienste abgehalten, daher sollten Besucher auf Servicezeiten achten und entsprechend planen.
Unter der 1958 angebauten Beichtkapelle liegt das Coemeterium novum, eine von außen an der Ostseite zugängliche Gruft mit Kreuzgewölbe und 42 Sargnischen, die seit 1752 in Gebrauch war. Ein großer Durchbruch erlaubt heute den Blick auf den Altarraum.
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