St. Martin, Evangelisch-lutherische Kirche in Tettens, Deutschland
St. Martin ist eine lutherische Kirche in Tettens und wurde im späten Mittelalter aus Granitblöcken gebaut. Der Bau erhebt sich auf einer Anhöhe und zeigt spätromanische Merkmale der damaligen Bauweise.
Um 1143 auf einer 7,50 Meter hohen Warft errichtet, ersetzte die Kirche zwei frühere Holzbauten, worauf Funde bei den Renovierungen 1965/1966 hindeuten. 1210 gab der Erzbischof von Bremen den Gottesdienst durch den Pastor der Sendkirche Hohenkirchen frei; rund 100 Jahre später wurde die Kirche offiziell eingeweiht, erster Pastor war Hero von Felde. Eine Luftmine beschädigte am 11. Februar 1943 das Dach und die Pastorei.
Der spätgotische Flügelaltar wurde um 1480 in einer regionalen Werkstatt geschnitzt. Das Mittelfeld zeigt die Kreuzigung, flankiert von Statuen des Hl. Martin und Thomas Becket; die Seitenflügel tragen je sechs Reliefs zum Leben Martins und zu Thomas Becket, 1163 Erzbischof von Canterbury, 1170 ermordet. Bis in die 1920er Jahre waren die Heiligen des rechten Flügels unbekannt; Pastor Hans Thorade (1925–1953) schrieb sie Becket zu.
Der Südeingang ist heute der Haupteingang; das Westportal wird vor allem bei Beerdigungen genutzt, und das Nordportal führt jetzt in den Heizungsraum. Die Mauern sind 1,8 Meter dick, und die tiefen Fensterlaibungen wirken wie Schießscharten. Die Kirche steht auf einer 7,50 Meter hohen Warft, daher ist vom Dorfweg aus ein kurzer Anstieg nötig.
Die Holzdecke wurde 1717 bemalt, und die Kirche besitzt noch einen Beichtstuhl, der erst rund 150 Jahre nach der Reformation von 1531 angeschafft wurde, als Tettens protestantisch wurde. Die Kanzel von 1564 verwendet spätgotische Schnitzereien einer 1538 zerstörten Kanzel von 1475 wieder.
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