Kirche der katholischen Hochschulgemeinde Köln – St. Johannes XXIII., Brutalistische Kirche in Sülz, Deutschland
Kirche Johannes XXIII. ist ein Betongotteshaus in Sülz mit einer ungewöhnlichen inneren Struktur. Ein großer Betonstamm mit ausbreitenden Ästen durchzieht den Raum und trägt das Dach, während die massiven Wände ein strenges Aussehen schaffen.
Die katholische Hochschulgemeinde plante ein studentisches Wohnheim, ein Gemeinschaftshaus und eine Kirche für rund 300 Personen; den Architektenwettbewerb von 1964 gewann Heinz Buchmann für die gesamte Baugruppe. Gebaut wurde die Kirche 1968 bis 1969 nach einem Entwurf, der mit dem Bildhauer Josef Rikus und Hochschulpfarrer Wilhelm Nyssen entwickelt wurde und vom Innenraum und der Liturgie ausging. 2016 sanierte das Kölner Büro 3pass die Beton-Außenhaut, und das Gebäude wurde unter der Nummer 8792 in die Denkmalliste der Stadt Köln eingetragen.
Die Kirche dient der katholischen Studentengemeinde Kölns und zeigt moderne Architekturprinzipien durch ihre rohen Betonformen. Der Raum wird von Besuchern als Ort der Besinnung genutzt, wo die schlichte Gestaltung zur inneren Ruhe einlädt.
Der mit Ziegelsteinen belegte Boden des Hofes zieht sich ebenerdig nach innen durch, der Zugang erfolgt also ohne Stufen; nur die zentralen liturgischen Orte sind durch eine kontrastierende Granit-Pflasterung hervorgehoben. Die Kirche hat keinen Glockenturm, die beiden seitlichen, etwas erhöhten „Stämme“ lassen sich als optische Andeutung dieses fehlenden Bauelements lesen. Sie steht in Sülz an einem gepflasterten Bereich mit niedrigen Pflanzungen.
Der zentrale Betonstamm verbirgt das Tabernakel im Inneren seiner Struktur, eine versteckte sakrale Komponente inmitten des rohen Betons. Diese Kombination aus technischer Innovation und spirituellem Zweck macht das Innere zu einer unerwarteten Überraschung.
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