Geusenfriedhof, Protestantischer Friedhof in Lindenthal, Deutschland.
Der Geusenfriedhof ist der älteste evangelische Friedhof des Rheinlandes; er liegt in Lindenthal vor dem früheren Weyertor. Die Anlage weist 144 liegende Platten, rund 50 niedrige Stelen und etwa 30 Grabmale der klassizistischen Zeit auf, zwischen den Gräbern wächst dicht Efeu. Ein Rundweg und zwei Querwege machen das Gelände begehbar; in der Mitte steht ein Sichtbetonaltar von 1964, der 2006 aus dem Jeremiahaus hierher kam.
Der Friedhof wurde 1584 gegründet und war der erste protestantische Bestattungsplatz in Köln, zu einer Zeit, als Protestanten Verfolgung und Einschränkungen ausgesetzt waren. Seine Entstehung markiert einen Wendepunkt in der Religionsgeschichte der Stadt, da es Protestanten nun einen eigenen Ort für ihre Verstorbenen bot.
Die Grabsteine zeigen protestantische Gestaltungsprinzipien mit schlichten Formen, die sich bewusst von den aufwendigen Monumenten katholischer Friedhöfe der Zeit unterscheiden. Diese Einfachheit spiegelt religiöse Überzeugungen wider und prägt bis heute das Erscheinungsbild des Friedhofs.
Das Gelände ist über einen Rundweg und zwei Querwege begehbar; die einzelnen Gräber sind nicht mehr durch Wege erschlossen, dazwischen wächst dicht Efeu. Einige alte, liegende Grabsteine stehen konserviert auf neuen Sockeln, andere sind zugewachsen und verwittert. Die Anlage steht seit 1981 unter Denkmalschutz und wird teils von ehrenamtlichen Helfern gepflegt.
Der Name geht auf die Geusen zurück, die niederländischen Aufständischen des Achtzigjährigen Krieges (1568–1648), deren französischer Spottname „gueux“ Bettler bedeutete. Eröffnet wurde der Friedhof am 24. Juni 1576 auf einem 2700 m² großen Grundstück, das Ursula von Gohr zu Kaldenbroek, Tochter des kaiserlichen Kammermeisters Ailf von Wyenhorst, der Stadt geschenkt hatte; die erste Bestattung folgte 1582.
Die Community neugieriger Reisender
AroundUs vereint tausende ausgewählte Orte, lokale Tipps und versteckte Schätze, täglich bereichert von über 93.382 Mitwirkenden weltweit.