Silcher monument, Steinmonument auf der Neckarinsel, Tübingen, Deutschland
Das Silcher-Denkmal ist eine 5,7 Meter hohe Sandsteinskulptur, die den Komponisten Friedrich Silcher beim Schreiben von Musik sitzend darstellt. Um die Hauptfigur herum sind verschiedene Gestalten angeordnet, die militärische und zivile Szenen veranschaulichen.
Das Denkmal wurde von Wilhelm Julius Frick entworfen und im Mai 1941 enthüllt, mitten im Zweiten Weltkrieg. Es zählt zu den wenigen öffentlichen Skulpturen aus dieser Zeit in der Stadt.
Das Denkmal zeigt die Bedeutung von Silchers Arbeit für die deutsche Musikkultur, denn er sammelte Volkslieder und unterrichtete an der Universität Tübingen. Die Figuren rund um die Hauptstatue erzählen von seiner Verbindung zu beiden künstlerischen und alltäglichen Lebensbereichen.
Das Denkmal steht an der Platanenallee auf der Neckarinsel, innerhalb einer Sandsteinanlage aus Bühnen, Podesten und einer ringförmigen Mauer um den zentralen Platz. Man erreicht es zu Fuß über die Wege der Insel; Rollstuhlrampen sind in den Quellen nicht belegt, der Zugang für Menschen mit eingeschränkter Mobilität ist daher nicht dokumentiert.
Am 5. Januar 2020 widmeten Tübinger Bürger und Künstler des Zürcher Kollektivs Neue Dringlichkeit das Denkmal in ein „Mahnmal gegen die Vereinnahmung der Künste durch rassistische und nationalistische Kräfte“ um. Trotz einer entsprechenden Anweisung der Alliierten war es nach dem Krieg nie entfernt worden.
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