Pelzhandelszentrum Leipziger Brühl, Historisches Pelzhandelszentrum am Brühl, Leipzig, Deutschland.
Der Pelzhandelsbezirk Brühl in Leipzig ist eine Ansammlung von Geschäftshäusern und Lagern, die dem internationalen Pelzhandel gewidmet waren und das Stadtbild über Jahrhunderte prägten. Die Architektur zeigt sowohl barocke Prachthäuser als auch funktionale Handelskonstruktionen, die nebeneinander entstanden.
Das Viertel war ab 1530 für etwa 400 Jahre das Zentrum des europäischen Pelzhandels und kontrollierte zeitweise ein Drittel des weltweiten Handels mit dieser Ware. Diese Position endete in den 1930er Jahren, als die politischen und wirtschaftlichen Bedingungen sich grundlegend änderten.
Der Name Brühl wurde bereits 1530 mit dem Rauchwarenhandel in Verbindung gebracht, doch wann er zum Inbegriff des Leipziger Pelzzentrums wurde, ist noch nicht untersucht worden. Der Handel fand anfangs hauptsächlich auf den Leipziger Messen statt und konzentrierte sich auf deutsche, russische und ungarische Erzeugnisse. Im Jahr 1542 regelte der Rat der Stadt das Feilbieten von Pelzen auf der Messe durch einheimische und ausländische Besucher.
Der Brühl führt vom Hauptbahnhof nach Osten in die Innenstadt und ist zu Fuß gut erreichbar. Viele Handelshäuser waren um Höfe angelegt, durch die ein Pferdewagen auf einer Seite hinein- und auf der anderen hinausfahren konnte, ohne zu wenden; einige dieser Durchgänge sind noch begehbar.
Die Höfe der Handelshäuser am Brühl erlaubten es, mit dem Pferdewagen auf einer Seite hinein- und auf der Gegenseite hinauszufahren, ohne zu wenden. Vor der Einführung des elektrischen Lichts dienten dieselben Höfe dazu, die Ware bei Tageslicht zu begutachten. Der Brand von 1498 zerstörte den Brühl halb, jener von 1518 ganz; danach wurde die Straße gezielt für den Rauchwarenhandel wieder aufgebaut.
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