Bois de Vincennes, Stadtpark und Wald im 12. Arrondissement, Paris, Frankreich
Der Bois de Vincennes umfasst 995 Hektar auf einer sandigen Hochebene am Ostrand von Paris, neben dem Schloss Vincennes. Adolphe Alphand ließ zwischen 1855 und 1866 vier künstliche Seen mit zementiertem Grund anlegen; der Lac de Gravelle am höchsten Punkt speist die übrigen über Bäche. Ein heller Erdweg führt zwischen dichtem Unterholz und hohen Stämmen hindurch, und kleine weiße Boote liegen am Ufer eines Sees.
Das Gebiet diente ursprünglich als Jagdwald der französischen Könige ab dem 12. Jahrhundert. Im 19. Jahrhundert wurde es unter Napoleon III in einen öffentlichen Park umgewandelt, um die Stadt zu verschönern und der Bevölkerung Zugang zur Natur zu geben.
Der in römischer Zeit für den Wald verwendete Name Vilcena lebt im Namen des Parks fort. An die hier lebenden Mönche des Minimenordens erinnert der Lac des Minimes. Ein 1731 errichtetes pyramidenförmiges Denkmal markiert noch heute den Kreuzungspunkt der beiden Hauptalleen.
Der Wald bildet einen unbebauten Ausläufer des 12. Arrondissements und ist durch den Einschnitt des Boulevard périphérique vom übrigen Arrondissement getrennt; sieben Gemeinden grenzen an ihn, darunter Vincennes im Norden und Saint-Mandé im Nordwesten. Er misst etwa 5 km von Ost nach West und 3 km von Nord nach Süd, sodass man für die vier Seen zu Fuß Zeit braucht. Die Seen und Bäche sind künstlich, unter der Leitung von Adolphe Alphand ausgehoben und zur Abdichtung zementiert.
Das Gebiet beherbergt eine überraschend vielfältige Tier- und Pflanzenwelt mit Hunderten von Arten, die in der Stadt sonst selten zu finden sind. Diese biologische Vielfalt macht es zu einem wichtigen Rückzugsort für Wildtiere inmitten des urbanen Raums.
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