Schloss Amboise, Königliches Schloss im Loiretal, Frankreich
Das Château d'Amboise ist eine königliche Residenz auf einem Kalksteinfelsen über dem Fluss Loire im Zentrum der Stadt Amboise. Die Anlage umfasst mehrere Wohntürme mit gotischen Fenstern, eine Kapelle im spätgotischen Stil und zwei spiralförmige Rampen, die Reiter und Kutschen direkt ins obere Stockwerk führten.
Karl VIII. ließ die mittelalterliche Festung ab 1492 zu einer königlichen Residenz im neuen italienischen Stil umbauen und brachte Kunsthandwerker aus Neapel mit. Sein Nachfolger Ludwig XII. setzte die Arbeiten fort, doch das Schloss verlor nach dem 16. Jahrhundert schrittweise seine Bedeutung als Hauptsitz.
Franz I. wuchs in Amboise auf, das seiner Mutter Louise von Savoyen gehörte, und der Hof weilte zu Beginn seiner Regierung noch dort, so in den ersten acht Monaten des Jahres 1518. Er lud Leonardo da Vinci ein, der im Dezember 1515 ankam und im nahen Clos Lucé wohnte. Leonardo starb am 2. Mai 1519 und wurde in der Kapelle Saint-Florentin beigesetzt, die Ende des 18. Jahrhunderts abgerissen wurde; die Kapelle Saint-Hubert birgt heute seine vermuteten Gebeine.
Die Anlage liegt im Zentrum der Stadt Amboise und ist zu Fuß vom Ufer der Loire aus erreichbar. Besucher sollten festes Schuhwerk tragen, da viele Wege über Kopfsteinpflaster und Steintreppen führen, und mehrere Treppen zwischen den Ebenen zu bewältigen sind.
Die beiden Reitertürme, Tour des Minimes und Tour Heurtault, besitzen breite Wendelrampen, auf denen Reiter und Kutschen die Terrassen erreichten, ohne abzusteigen. Der Wehrgang der Tour Hurtault, ein gepflasterter Rundweg entlang der Mauer, bietet einen Blick auf die Loire und die Stadt unterhalb.
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