Vallée des Merveilles, Bronzezeitliche archäologische Stätte im Nationalpark Mercantour, Frankreich.
Das Vallée des Merveilles ist ein bronzezeitlicher Petroglyphenkomplex im Mercantour-Nationalpark in den Seealpen nahe dem Mont Bégo. Über mehr als 35.000 Felsritzungen verteilen sich auf rund 40 Quadratkilometer und bilden eine der größten Sammlungen prähistorischer Gravuren in Europa.
Der britische Archäologe Clarence Bicknell dokumentierte die Felsritzungen zwischen 1897 und 1902 und zeichnete mehr als 10.000 dieser Gravuren auf Steinoberflächen auf. Seine Arbeit machte das Tal international bekannt und legte den Grundstein für weitere Forschung in der Region.
Die Felszeichnungen stammen aus der Bronzezeit und zeigen Waffen, Werkzeuge, Tiere und geometrische Muster, die Einblicke in das Leben und die Vorstellungen dieser Menschen geben. Heute kann man diese Gravuren noch an den Felswänden sehen, wenn das Licht richtig fällt und die Schatten die eingeritzten Linien betonen.
Der Zugang zum archäologischen Gebiet ist nur mit autorisierten Führern des Nationalparks möglich, die Besucher auf festgelegten Wegen durch das Gelände begleiten. Die Wanderungen finden zwischen Juni und Oktober statt, wenn die Wege schneefrei und begehbar sind.
Neben den bronzezeitlichen Gravuren finden sich hier auch Spuren von kleinen Echsen, die vor 250 Millionen Jahren in der Zeit vor den Dinosauriern lebten. Diese fossilen Fußabdrücke sind in den Felsen eingeprägt und zeugen von einer viel älteren Epoche als die menschengemachten Ritzungen.
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