André-Bouron hospital, Krankenhaus
Das André-Bouron-Krankenhaus ist ein denkmalgeschütztes Gebäude in Saint-Laurent-du-Maroni in Französisch-Guayana, das zwischen 1906 und 1912 erbaut wurde und aus mehreren pavillonartigen Strukturen besteht. Die aus Backstein und Holz gebauten Gebäude waren ursprünglich als getrennte Bereiche für Gefangene und Zivilpersonen angelegt, mit insgesamt zehn Pavillons, die symmetrisch um eine zentrale Achse angeordnet waren.
Das Krankenhaus wurde nach der Ankunft von Gefangenen 1858 gegründet und wuchs von einer kleinen Klinik in den 1870er Jahren zu einer großen Einrichtung heran, die 1912 etwa vierhundert Betten umfasste. Nach der Schließung der Strafkolonie 1946 wurde es zu einem öffentlichen Krankenhaus und diente der Region bis zu seiner Schließung 2018 mit modernizierten Diensten.
Das Krankenhaus spiegelt die geteilte Geschichte von Saint-Laurent-du-Maroni wider, das ursprünglich als Ort für Gefangene und Kolonisten gegründet wurde. Diese Zwei-Klassen-Struktur prägt bis heute das städtische Gedächtnis und zeigt, wie Infrastruktur die sozialen Verhältnisse einer Epoche abbildete.
Das Gebäude ist heute geschlossen und dient nicht mehr als Krankenhaus, kann aber als geschütztes Denkmal in organisierten Besichtigungen besichtigt werden. Die Zugänglichkeit ist begrenzt, da Restaurierungsarbeiten geplant sind und einige Teile des Komplexes noch nicht für öffentliche Besuche hergerichtet wurden.
Das Krankenhaus war mit etwa 400 Betten 1912 das größte in allen französischen Kolonien und behandelte gleichzeitig Zivilisten und Strafgefangene in streng getrennten Bereichen. Diese Doppelfunktion machte es zu einer einzigartigen medizinischen Institution, die die komplexen Realitäten der Kolonie widerspiegelte.
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