Palais du parlement du Dauphiné, Historischer Parlamentspalast am Place Saint-André, Frankreich
Der Palais du Parlement du Dauphiné ist ein prächtiges Justizgebäude am Place Saint-André in Grenoble, das mit einem zweifarbigen Muster aus Echaillon-Kalkstein gebaut wurde. Die Fassade zeigt geschnitzte Wappenschilder und Tierfiguren, die handwerkliche Details aus verschiedenen Epochen verbinden.
Der 1337 von Humbert II. geschaffene Conseil delphinal wurde 1453 von Ludwig XI. zum Parlement du Dauphiné erhoben, dem dritten Parlament Frankreichs nach Paris und Toulouse. Die Arbeiten am Place Saint-André begannen um 1500 unter Ludwig XII. in cremeweißem Stein aus dem Steinbruch von Échaillon, mit der vorspringenden Kapellenapsis. 1539 unter Franz I. und 1562 unter Karl IX. wurde der Bau erweitert, dieser Teil in blaugrauem Kalkstein aus Fontanil. In der Revolution wurde das Parlament aufgelöst, das Gebäude blieb bis 2002 Gerichtsgebäude.
Der Salon bleu trägt seinen Namen wegen seiner Wandteppiche. Hier begann am 7. Juni 1788 der Tag der Ziegel: Eine Menge rief „Vive le parlement“ und brachte die Magistrate vom Hôtel de la Première Présidence zurück, damit sie die wenige Stunden zuvor von den Soldaten des Königs versiegelten Türen wieder öffneten. Prunkvolle geschnitzte Holzschränke und unter Ludwig XIV. einige Decken gehören zur Innenausstattung.
Das Gebäude gehört dem Rat des Departements Isère und ist zu besonderen Gelegenheiten für die Öffentlichkeit zugänglich. Die beste Zeit zum Besuch ist während der Tage des Kulturerbes, wenn die historischen Räume und Ausstellungen geöffnet sind.
Die Affäre um den Mönch Nobilibus im Jahr 1604 wurde durch etwa 230 Verhöre zum Thema Zauberei geprägt und hinterließ ihre Spuren im Gebäude. Diese außergewöhnliche Gerichtsgeschichte ist wenig bekannt und zeigt die dramatischen Momente, die sich innerhalb dieser Mauern ereigneten.
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