Felsenkirche von Saint-Émilion, In den Fels gehauene Kirche in Saint-Émilion, Frankreich
Die Felsenkirche von Saint-Émilion ist vollständig in einen Kalksteinhang unter dem Place du Clocher und dem Place des Créneaux gegraben. Ihr Hauptschiff und zwei nahezu gleich große Seitenschiffe sind durch sechs Joche mit breiten monolithischen Pfeilern geteilt, und das Mittelschiff erreicht eine Höhe von elf Metern. Die Westfassade zeigt ein Spitzbogenportal mit Skulpturenfiguren und einen dreieckigen Giebel mit einem zentralen Medaillon.
Der bretonische Mönch Émilion lebte hier als Einsiedler und starb 767; seine Anhänger gruben eine bescheidene unterirdische Kammer. Um den Beginn des 12. Jahrhunderts ließ Pierre de Castillon, Vizegraf von Aubeterre, die Kirche von oben nach unten in den Fels hauen, eine in Kappadokien beobachtete Technik, als Memoria des Heiligen Grabes. Eine Inschrift am dritten Südpfeiler des Schiffes nennt die Weihe an den heiligen Émilion im späten 11. oder frühen 12. Jahrhundert.
Der Name Saint-Émilion geht auf den bretonischen Mönch zurück, der hier als Eremit lebte und 767 starb; seine Schüler gruben eine bescheidene unterirdische Kammer in den Fels. Die Kirche wurde später dem Heiligen geweiht, woran eine Inschrift am dritten Südpfeiler des Schiffes erinnert, am siebten Tag vor den Iden des Dezember. Der 53 m hohe Glockenturm ist der höchste Punkt der Stadt.
Die Kirche erreicht man vom Place de l'Église Monolithe aus, zwischen dem Place du Clocher und dem tiefer gelegenen Platz; die heutige Pfarrkirche steht rund 100 Meter nördlich an der Rue du Clocher. Der Glockenturm erhebt sich auf einer Terrasse in Höhe des Place du Clocher und ist der höchste Punkt von Saint-Émilion. Die unterirdischen Räume betritt man zu Fuß, und vom Turm aus reicht der Blick über die Stadt.
Die Steinmetze entfernten ungefähr 15.000 Kubikmeter Kalkstein, um diesen unterirdischen Raum zu schaffen. Diese gewaltige Menge verdeutlicht die Jahre intensiver Arbeit, die hinter diesem architektonischen Werk stecken.
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