Stiftskirche St. Martin, Picquigny, Gotische Stiftskirche in Picquigny, Frankreich
Die Stiftskirche Saint-Martin in Picquigny ist eine gotische Kirchenanlage im Stadtzentrum von Picquigny, Nordfrankreich, die als klassifiziertes historisches Monument eingestuft ist. Das Gebäude hat einen kreuzförmigen Grundriss mit einem markanten Glockenturm über der Vierung, hohen Spitzbogenfenstern und dicken Steinmauern.
Der Bau der Kirche begann im 11. Jahrhundert, und 1066 legte ein Herr von Picquigny das Stiftskapitel fest, dem acht Kanoniker und ein Dekan angehörten. Im Laufe der Jahrhunderte wurde das Gebäude mehrfach erweitert: Im 16. Jahrhundert erhielt der Chor ein Steingewölbe, und der Glockenturm wurde im Flamboyant-Stil überhöht.
Die Stiftskirche war über Jahrhunderte hinweg ein Begräbnisort für die Herren der nahe gelegenen Burg, was ihr eine besondere Rolle im lokalen Gedächtnis verleiht. Im Inneren sind noch Statuen von Heiligen und alte Gemälde zu sehen, die einen Eindruck vom religiösen Leben früherer Zeiten vermitteln.
Die Kirche liegt im Zentrum von Picquigny, in der Nähe der mittelalterlichen Burg und des alten Marktplatzes, sodass sie sich gut mit einem Spaziergang durch die Altstadt verbinden lässt. Es empfiehlt sich, die Öffnungszeiten im Voraus zu prüfen, da das Gebäude nicht immer geöffnet ist.
Zu Beginn des 13. Jahrhunderts brachte ein Kanoniker Reliquien aus Konstantinopel mit, darunter angeblich eine Reliquie Johannes des Täufers, die die Kirche zu einem Wallfahrtsort machten. Die Behältnisse, in denen diese Reliquien aufbewahrt werden, sind noch heute im Inneren zu sehen.
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