Hôtel de Bernuy, Renaissance-Stadtpalais in Toulouse, Frankreich
Das Hôtel de Bernuy steht an der Ecke rue Léon-Gambetta und rue Joseph-Lakanal in Toulouse. Seine Straßenfassade aus grauem und rotem Backstein hat einen gemeißelten Steineingang mit Spitzbogen und doppelflügeligen Türen mit Rautenmuster; darüber liegen sechs Fenster mit steinernen Pfosten und Querstreben, und eine aufgemalte Inschrift lautet „COLLÈGE PIERRE DE FERMAT“. Dahinter folgen ein gotischer Backsteinhof mit Treppenturm und ein Renaissancehof aus Stein.
Jean de Bernuy, um 1475 in Burgos geborener Pastelhändler, kaufte Häuser in der rue des Argentiers und ließ 1503 die ersten Bauten von den Werkmeistern Guillaume und Jean Langlois errichten. Aimeric Cayla baute ab 1504 den gotischen Hof mit seinem Turm, Louis Privat fügte zwischen 1530 und 1536 den Renaissancehof und die 13 Meter breite Fassade hinzu. 1566 kauften drei Bürger von Toulouse das Haus und schenkten es der Stadt für ein Jesuitenkolleg; seit 1957 beherbergt es das öffentliche Collège Pierre-de-Fermat.
Der Name des Hofes erinnert an den Waidhandel, der Jean de Bernuy reich machte; seine Porträtmedaillons mit Schriftrollen empfangen den Besucher am Eingang. Die Kassetten des großen Bogens sind senkrecht gearbeitet statt der Kurve zu folgen, eine Meisterleistung des Steinmetzen. Seit 1957 beherbergt das Gebäude das öffentliche Collège Pierre-de-Fermat, dessen Name auf der Fassade an der rue Léon-Gambetta steht.
Das Gebäude beherbergt heute das Lycée Pierre de Fermat und ist nicht ständig für Besucher zugänglich; Führungen müssen über das Toulouse-Touristenbüro angefragt werden. Es empfiehlt sich, vorher Kontakt aufzunehmen, um zu erfahren, wann Besichtigungen möglich sind.
Der große Bogen des Renaissancehofs besitzt Kassettierungen, deren Trennungen und Hängerosen exakt senkrecht statt entlang der Kurve verlaufen, was die Arbeit des Steinmetzen erheblich erschwerte. Die Fenster der oberen Galerie tragen korinthische Säulen, ein Novum in Toulouse, deren Entwurf einem Architekturtraktat entstammt.
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