Ancienne fonderie de canons de Saint-Gervais, Historische Kanonengießerei in Saint-Gervais, Frankreich.
Die Ancienne fonderie de canons de Saint-Gervais ist eine ehemalige königliche Kanonengießerei an der Isère in Saint-Gervais. Die Gebäude bestehen aus Werkstein von Rovon und haben zwei vorspringende Flügel sowie vier sichtbare Öfen. Ein langer Zufuhrkanal speist einen künstlichen Teich, der einst vier Wasserräder antrieb; erhalten sind nur ein Schaufelrad, die Wirtschaftsgebäude, das Pförtnerhaus und das Hauptgebäude mit seinem Holzdachstuhl.
Der Grundstein wurde am 14. Januar 1679 gelegt, und 1678 goss die Gießerei ihre ersten eisernen Kanonen für die Flotte Ludwigs XIV., auf Betreiben Colberts, beraten von Samuel Dalliès de La Tour. Ludwig XV. kaufte sie 1731; damit wurde sie nach Ruelle und Indret die dritte Kanonengießerei der Marine. Die aufkommende gezogene Kanone führte 1865 zur Schließung, und am 13. November 1986 wurde die Anlage teilweise als Monument historique eingetragen.
Der Name des Standorts stammt vom Dorf Saint-Gervais, und seine Gießerei war eine der ersten in Frankreich, die Kanonen aus Eisen statt aus Bronze goss. Die nummerierte Legende des Plans aus dem 18. Jahrhundert nennt das Pulvermagazin und die große Kohlenhalle und zeigt so die Organisation der Anlage. Heute befindet sich in den Gebäuden die Firma Depagne, die sie seit 1985 nutzt.
Das Gelände liegt am Ende der Impasse de la Fonderie im Port de Saint-Gervais, einem vom übrigen Gemeindegebiet getrennten Ortsteil, etwa 37 km südwestlich von Grenoble an der Straße. Die Gebäude stehen an der Isère, die den Kanal und den künstlichen Teich für die Wasserräder speiste. Der Zugang erfolgt zu Fuß um die ehemalige Anlage; Gelände und erhaltene Bauten sind uneben.
Die Gießerei Saint-Gervais goss 1678 die ersten eisernen Kanonen Frankreichs, ein Material, das billiger war als die damals für die Marine übliche Bronze. Samuel Dalliès de La Tour wählte den Standort nach Fehlschlägen in Burgund, der Franche-Comté und im Nivernais; das Erz aus Allevard kam über die Isère von Goncelin.
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