Evangelische Kirche, Lutherische Kirche in Belváros-Lipótváros, Budapest, Ungarn
Die Lutherische Kirche am Deák-Platz ist eine klassizistische Saalkirche mit einem Tempelgiebel aus vier dorischen Pilastern und einem Dreiecksgiebel, die ohne Turm errichtet wurde. Ihr rechteckiges Schiff ist 33 Meter lang, 18,2 Meter breit und 14,8 Meter hoch; über dem Eingang liegen zweigeschossige Emporen. Der vergoldete Altar wird von Säulen aus zwei Marmorarten flankiert.
Die lutherische Gemeinde von Pest entstand 1787 nach dem Toleranzpatent Josephs II., und der Kirchenbau begann mit der Grundsteinlegung am 31. Oktober 1799 nach Plänen von Mihály Pollack, seinem ersten Werk in Ungarn. Geldmangel während der Napoleonischen Kriege verzögerte die Arbeiten, und die Kirche wurde am 2. Juni 1811 eingesegnet. Nach Pollacks Tod 1855 fügte József Hild 1856 die Tempelfront mit dorischen Säulen hinzu; 1875 wurde der statisch unsichere kleine Turm abgetragen.
Die Kirche ist das Zentrum der lutherischen Gemeinde am Deák tér mit Gottesdiensten an Sonn- und Feiertagen. Seit 1985 finden hier die Deák-tér-Orgelandachten statt, seit 1990 jedes Jahr im Juni die Budapester Bachwoche. Eine Marmortafel an der Fassade erinnert daran, dass Lajos Kossuth hier seine Söhne Ferenc und Lajos Tivadar taufen ließ.
Das Gebäude befindet sich am Deák Ferenc tér 4 im Zentrum von Budapest mit guter Erreichbarkeit durch mehrere U-Bahn-Linien und Busverbindungen. Die Lage macht es einfach, den Ort zu Fuß mit anderen zentralen Zielen zu verbinden.
Das Gebiet um die Kirche wurde als 'Insula Lutherana' bekannt, weil sich dort mehrere protestantische Institutionen wie eine Schule, ein Pfarramt und ein Kindergarten konzentrierten. Diese Sammlung von Einrichtungen machte den Platz zum Zentrum des lutherischen Gemeindelebens.
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