Jankovich-Höhle, Prähistorische Kalksteinhöhle in Bajót, Ungarn
Die Jankovich-Höhle ist eine 36 Meter lange Karsthöhle bei Bajót, die mit einem etwa 10 Meter hohen und 7 Meter breiten, nach Norden gerichteten Portal öffnet. Dahinter liegt die Große Halle, rund 15 Meter hoch, deren Decke eine kreisrunde Öffnung von 6 Metern Durchmesser aufweist. Die Wände zeigen schräg gestellte Kalksteinbänke und zahlreiche Auskolkungen; der hintere Teil fällt um etwa die Hälfte ab und verengt sich zu einem Gewölbe mit einem Seitengang zum Kuppel-Raum.
Grabungen unter Jenő Hillebrand zwischen 1913 und 1918 sowie 1925 trugen einen Großteil der bis zu 6 m mächtigen Höhlensedimente ab. Die Funde gaben dem Jankovichien, einer lokalen transdanubischen Ausprägung des Szeletien, den Namen; 104 Stücke tragen dessen typische Merkmale. 1956 versuchte man, die ursprüngliche Schichtenfolge zu rekonstruieren.
Die Höhle ist nach Béla Jankovich (1865–1939) benannt, dem ungarischen Religions- und Bildungsminister, der die ersten Grabungskampagnen finanzierte. Sie gab zudem dem Jankovichien seinen Namen, einer lokalen transdanubischen Ausprägung des Szeletien, belegt durch 104 typische Steinartefakte aus dem Seitengang und dem Kuppel-Raum.
Die Höhle liegt in den Gerecse-Bergen und ist das ganze Jahr über zugänglich, ohne Eintrittsgebühren zu verlangen. Markierte Wanderwege verbinden die Höhle mit anderen Zielen in der Bergregion und machen sie zu einem natürlichen Stopp auf längeren Wanderungen.
Der hintere Seitengang und der Kuppel-Raum lieferten den größten Teil des paläolithischen Inventars, darunter 104 Stücke des Jankovichien. Dazu zählen zwölf Knochenspitzen mit massiver bzw. gespaltener Basis sowie ein Elfenbein-Stab und ein graviertes Elfenbein-Amulett, die heute im Ungarischen Nationalmuseum in Budapest liegen.
Die Community neugieriger Reisender
AroundUs vereint tausende ausgewählte Orte, lokale Tipps und versteckte Schätze, täglich bereichert von über 92.784 Mitwirkenden weltweit.