Vértesszőlős, Archäologische Stätte und Schutzgebiet im Komitat Komárom-Esztergom, Ungarn.
Vértesszőlős ist ein Ausgrabungsgebiet und Naturschutzgebiet in der Region Komárom-Esztergom, das sich über verschiedene Landschaften erstreckt. Das Gelände umfasst Täler, Hügel und ebene Flächen mit unterschiedlichen geologischen Strukturen.
1962 entdeckte Márton Pécsi in einem Süßwasserkalksteinbruch bei Vértesszőlős prähistorische Reste. László Vértes leitete von 1963 bis 1968 die Ausgrabungen, die etwa 350.000 Jahre alte Besiedlungsschichten des Altpaläolithikums freilegten. Zu den Funden zählen ein Hinterhauptsbein mit dem Spitznamen „Sámuel“, zwei Kinderzähne, Chopper-Werkzeuge, Feuerstellen und Tierspuren. Seit 1976 ist die Stätte Naturschutzgebiet.
Der Fundort heißt Őstelep, „Altstedlung“, und ist seit 1968 eine Ausstellungsstätte des Ungarischen Nationalmuseums. Der Fundkomplex wird als Freilichtmuseum gezeigt, die Fundschichten sind in einer parkartigen Anlage durch Schutzhäuser gesichert.
Die Fundstelle liegt nordwestlich von Tatabánya, etwa 2 km von der Stadt entfernt, im Tal des Által-ér am Fuß des Gerecse-Gebirges; durch das Dorf führen die Hauptstraße 1 und die Bahnlinie Budapest–Komárom–Győr. Das ausgegrabene Areal ist ein umzäuntes, parkartig gestaltetes Schutzgebiet von 38 Hektar, die Funde werden in Schutzhütten als Freilichtmuseum gezeigt. Besucher steigen die lange Treppe vom hölzernen Unterstand über der verwitterten Travertinwand hinunter zum Weg am Fuß der Stufen.
Die Fundstelle bewahrt einen Fußabdruck eines Urmenschen im Schlamm neben versteinerten Fährten urzeitlicher Tiere. Ausgegraben wurden zudem Feuerstellen und aus Kieseln geschlagene Chopper in Schichten von rund 350.000 Jahren.
Die Community neugieriger Reisender
AroundUs vereint tausende ausgewählte Orte, lokale Tipps und versteckte Schätze, täglich bereichert von über 92.657 Mitwirkenden weltweit.