Kapitol-Komplex in Chandigarh, Modernistischer Regierungskomplex in Chandigarh, Indien.
Das Kapitol besteht aus drei Hauptbauten im Sektor 1: dem Parlamentsgebäude, dem Sekretariatsgebäude und dem Hohen Gerichtshof auf einer Fläche von 40 Hektar. Rohbeton prägt die Architektur, ergänzt durch rechteckige und parabolische Formen. Eine breite Esplanade verbindet die Strukturen, während Wasserbecken und geometrische Gärten den öffentlichen Raum gliedern. Der Modulor des Architekten bestimmte die Proportionen sämtlicher Elemente.
Le Corbusier entwarf den Komplex ab 1951 im Rahmen des Stadtplanungsprojekts nach der Teilung Britisch-Indiens, als Punjab eine neue Hauptstadt benötigte. Der Bau begann 1952, das Parlamentsgebäude wurde 1962 eingeweiht, das Hohe Gericht 1956. Die UNESCO erkannte die Stätte 2016 als Teil der weltweiten architektonischen Werke Le Corbusiers an. Maxwells und Jeanneret unterstützten die Ausführung vor Ort.
Das Ensemble symbolisiert Indiens demokratische Transformation nach der Unabhängigkeit und dient als regionales Verwaltungszentrum für Punjab und Haryana. Diese Gebäude fungieren bis heute als Sitz der Regierungsinstitutionen beider Bundesstaaten, wobei die monumentalen Proportionen die Autorität staatlicher Institutionen in einer jungen Demokratie zum Ausdruck bringen. Die offene Platzgestaltung sollte den Zugang der Bürger zur Regierung symbolisieren.
Besucher müssen sich am Touristeninformationszentrum im Sektor 1 registrieren und Ausweisdokumente vorlegen. Geführte Touren finden vormittags und nachmittags statt, die Anlage bleibt an Wochenenden und Feiertagen geschlossen. Fotografieren ist nur außerhalb der Gebäude erlaubt. Der nächste Busbahnhof liegt 3 Kilometer entfernt im Sektor 17. Respektvolle Kleidung wird beim Besuch von Regierungsgebäuden erwartet.
Die offene Hand, eine 26 Meter hohe rotierende Metallskulptur, steht am nördlichen Ende der Esplanade als Symbol für Frieden und Versöhnung. Das Werk dreht sich mit dem Wind und sollte ursprünglich Le Corbusiers philosophische Ideen über Geben und Empfangen verkörpern. Die Installation wurde erst 1985 nach seinem Tod fertiggestellt, wobei das Design politische Debatten über symbolische versus praktische Staatsausgaben auslöste.
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