Gundischapur, Archäologische Stätte in Dezful, Iran
Gundeshapur ist eine archäologische Fundstätte südlich des Dorfes Shahabad, wo sich Überreste antiker Bauten und Keramikscherben über ein weites Gelände verteilen. Das Areal zeigt heute vor allem Grundmauern und Steinreste, die auf eine einstige Stadt hinweisen, ohne dass geschlossene Gebäude sichtbar sind.
Schapur I. ließ die Siedlung im Jahr 271 n. Chr. für römische Gefangene aus Antiochia errichten, nachdem er die Stadt erobert hatte. Später wurde der Ort zur Hauptstadt der Provinz Chuzistan und entwickelte sich zu einem bedeutenden Zentrum für Gelehrsamkeit und medizinische Ausbildung.
Die Akademie von Gundeshapur fungierte als Bildungszentrum, das persisches, griechisches und indisches Wissen in Medizin, Philosophie, Theologie und wissenschaftlichen Disziplinen verband.
Die Ruinenstätte liegt etwa 14 Kilometer südöstlich von Dezful in der Provinz Chuzistan und ist nur über unbefestigte Wege erreichbar. Besucher sollten festes Schuhwerk tragen und sich bei den lokalen Behörden über den aktuellen Zustand des Geländes informieren.
Die Akademie zog Gelehrte aus Persien, Griechenland und Indien an und entwickelte ein medizinisches Lehrkrankenhaus, das als Vorbild für spätere Einrichtungen im Nahen Osten diente. Unter den Abbasiden blieb der Ort ein Zentrum der Übersetzungsarbeit, wo griechische Texte ins Arabische übertragen wurden.
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