Craco, Geisterstadt in Basilicata, Italien
Die Gemeinde liegt auf einem steilen Hügel aus Lehm, den Regen und Wind seit Jahrtausenden in scharfe Furchen geformt haben. Rund um den Berg zieht sich eine wüstenähnliche Landschaft mit tiefen Schluchten, die direkt an die verlassenen Häuser heranreicht.
Griechen aus der Küstensiedlung Metaponto wanderten im 6. Jahrhundert v. Chr. ins Landesinnere und gründeten hier eine befestigte Anlage. Im Mittelalter wuchs der Ort unter normannischer und später spanischer Herrschaft und wurde erst 1980 wegen Erdrutschen vollständig geräumt.
Der mittelalterliche Aufbau auf steilen Felsen diente jahrhundertelang dazu, die Gemeinde vor Angreifern zu schützen und das trockene Hügelland zu nutzen. Die schmalen Gassen und Steinhäuser zeigen bis heute, wie die Menschen in dieser kargen Landschaft ihr Alltagsleben organisierten und mit wenig Wasser wirtschaften mussten.
Besucher dürfen das Gelände nur mit Führung betreten, da einsturzgefährdete Gebäude die freie Bewegung unmöglich machen. Festes Schuhwerk ist nötig, weil lose Steine und unebene Wege über das gesamte Areal führen.
Das verlassene Dorf diente nach seiner Räumung als Kulisse für Filme und lockt damit heute mehr Besucher an als zu Zeiten, in denen hier Menschen lebten. Regisseure nutzen die leeren Gassen und zerfallenden Fassaden wegen ihrer zeitlosen Atmosphäre und der dramatischen Lage im Calanchi-Gebiet.
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