Sant’Apollinare Nuovo, Frühchristliche Basilika in Ravenna, Italien.
Sant'Apollinare Nuovo ist eine frühchristliche Basilika in Ravenna, Italien, deren Innenwände vollständig mit Goldgrund-Mosaiken aus dem 6. Jahrhundert bedeckt sind. Die dreischiffige Hallenkirche besitzt einen freistehenden Glockenturm und einen rechteckigen Grundriss, während das Mittelschiff von zwei Reihen Marmorsäulen mit korinthischen Kapitellen begrenzt wird.
König Theoderich der Große ließ die Basilika 505 als arianische Palastkirche neben seiner Residenz errichten und weihte sie ursprünglich dem Erlöser. Nach der byzantinischen Eroberung Ravennas übergab man das Gebäude 561 der katholischen Kirche, wobei alle arianischen Bezüge aus den Mosaiken entfernt und durch neue Darstellungen ersetzt wurden.
Die ikonografischen Darstellungen an den oberen Registern zeigen Szenen aus dem Leben Christi, die sich über 26 Bildfelder verteilen und als zusammenhängende Sequenz gelesen werden können. An den unteren Bereichen ziehen sich zwei lange Prozessionen von Märtyrerinnen und Märtyrern entlang, die in gleichmäßigem Rhythmus auf die Altarzone zuwandern und dabei einen ruhigen visuellen Fluss schaffen.
Das Innere der Basilika ist gut beleuchtet, sodass die Mosaiken auch an bewölkten Tagen sichtbar bleiben, und die ebene Bodenfläche erleichtert das Durchqueren des Raums. Morgenstunden bieten in der Regel weniger Besucherandrang, was ein ruhigeres Betrachten der Wandflächen ermöglicht.
Die Mosaikkunst in der Basilika zeigt eine Darstellung des Palastes von Theoderich, bei der sich Spuren späterer Eingriffe erkennen lassen, da einzelne Figuren aus dem Bild entfernt und durch Vorhänge oder Architekturelemente ersetzt wurden. In der Nähe einer Szene des Letzten Gerichts findet sich zudem eine der frühesten erhaltenen Darstellungen eines gehörnten Engels, der als Personifikation des Bösen gedeutet wird.
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