Palazzo della Civiltà Italiana, Rationalistisches Architekturgebäude im EUR-Viertel, Rom, Italien.
Der Palazzo della Civiltà Italiana ist ein quadratischer, mit Travertin verkleideter Bau im römischen Viertel EUR, 60 Meter hoch auf einer 53 Meter breiten Basis. Jede seiner vier gleichen Fassaden hat 54 Rundbögen, neun in der Breite und sechs in der Höhe, die sich zu einer dunklen Loggia öffnen; das oberste Geschoss ist ein geschlossenes Steinband. Über den Bögen ist der Satz „un popolo di poeti di artisti di eroi...“ eingraviert, und in den Bögen des Erdgeschosses stehen 28 weiße Statuen.
Der Bau begann im Juli 1938 für die für 1942 geplante Weltausstellung; das Gebäude wurde am 30. November 1940 unvollendet eingeweiht. 1943 wurden die Arbeiten eingestellt und nach dem Krieg beendet. Die Ausstellung wurde 1941 abgesagt, und der Palast stand über ein Jahrzehnt leer, bevor er 1953 mit der Landwirtschaftsausstellung Roma 1953 erstmals öffentlich zugänglich wurde.
Die 28 Statuen in den Erdgeschossbögen sind Allegorien italienischer Tugenden, nicht nur der Künste: im Uhrzeigersinn, beginnend links an der Fassade zum viale della Civiltà del Lavoro, stehen zuerst Heroismus, Musik und Handwerk, zuletzt Malerei und militärisches Genie. Jede Figur steht vor einem Bogen, sechs pro Fassade an zwei Seiten und acht an den beiden anderen.
Das Gebäude ist heute Hauptsitz der Modemarke Fendi und für die Öffentlichkeit nicht frei zugänglich, bietet jedoch gelegentlich Führungen zur Architektur an. Von außen kann man die Fassaden und den umgebenden Platz zu jeder Tageszeit betrachten.
Der Spitzname Quadratisches Kolosseum entstand wegen der rhythmischen Bogenreihen, die an die Form des antiken Amphitheaters erinnern. Obwohl beide Bauwerke sehr unterschiedlichen Epochen angehören, teilen sie die gleiche geometrische Klarheit.
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