Norchia, Etruskische archäologische Stätte in Viterbo, Italien
Norchia ist eine etruskische Nekropole in der Nähe von Vetralla, in der Provinz Viterbo, wo Gräber direkt in die Tuffsteinklippen entlang der Täler des Biedano und des Pile gehauen wurden. Die Grabfassaden sind auf mehreren Ebenen angeordnet und unterscheiden sich in Tiefe und Form, wobei einige tempelartigen Fronten mit dekorierten Friesen aufweisen.
Die Siedlung entstand als etruskische Gemeinschaft, die eng mit Tarquinia verbunden war, und erreichte zwischen dem 4. und 2. Jahrhundert v. Chr. ihre größte Ausdehnung. Im Mittelalter wurde der Ort von einer kleinen Burg überlagert, die später verlassen wurde und dem Verfall überlassen blieb.
Die in den Tuffstein gehauenen Grabfassaden sind mit Friesen, Dämonen und Prozessionsszenen verziert, die heute noch sichtbar sind. Dieser Stil, bei dem das Grab wie ein Tempel aussieht, ist typisch für die etruskische Vorstellung vom Tod als Fortsetzung des Lebens.
Die Stätte ist von Vetralla aus über eine Nebenstraße Richtung Monte Romano erreichbar, von der ein markierter Pfad zur alten Anlage führt. Für den Besuch empfehlen sich festes Schuhwerk und trockenes Wetter, da der Weg zum Felsgelände uneben und rutschig sein kann.
Durch die Nekropole verläuft die Cava Buia, ein schmaler, in den Fels gehauener Hohlweg, dessen Wände alte Inschriften und frühe christliche Kreuze tragen. Diese Zeichen deuten darauf hin, dass der Weg noch lange nach dem Ende der etruskischen Zeit genutzt und für heilig gehalten wurde.
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