Baptisterium San Giovanni in Corte, Gotisches Baptisterium am Domplatz, Pistoia, Italien
Das Baptisterium San Giovanni in Corte ist ein achteckiger Bau auf dem Domplatz von Pistoia, dessen Außenhaut aus Streifen weißen und grünen Marmors aus Siena, Prato und Carrara besteht. Eine Blendloggia aus Spitzbögen und Säulchen umläuft das obere Geschoss, und ein steiles Pyramidendach steigt zu einer kleinen achteckigen Laterne auf, wodurch das Bauwerk etwa 40 Meter hoch wird. Über dem Hauptportal sitzt ein ganzes Dreiecksgiebelfeld mit einer durchbrochenen Fensterrose in der Mitte.
Das heutige achteckige Baptisterium ersetzte die langobardische Kirche Santa Maria in Corte, die 1114 urkundlich erwähnt wird. Der Neubau im gotischen Stil begann 1301; als Entwerfer wird Giovanni Pisano vorgeschlagen, Nicola Pisano ausgeschlossen. Die Quellen nennen Steinmetze von den 1320er- bis 1360er-Jahren; die zweifarbige Marmorverkleidung vollendete um 1339 Cellino di Nese, die Arbeiten liefen bis 1366 weiter.
Der Taufbrunnen wurde 1226 von Lanfranco da Como erschaffen und zeigt vier kleinere Becken mit feinen Blumenverzierungen. Dieses handwerkliche Detail ist sichtbar und zeigt die Sorgfalt der mittelalterlichen Steinmetzkunst.
Der Ort ist leicht auf dem Domplatz zu finden und steht in direkter Nähe zu anderen religiösen Gebäuden der Stadt. Der Innenraum ist klein und konzentriert, daher braucht man bei vollem Platz möglicherweise Geduld zum Anschauen aller Details.
In der Lünette über dem Hauptportal stehen drei Skulpturen: die Madonna mit Kind zwischen Johannes dem Täufer und dem heiligen Petrus, auf vorspringenden Sockeln, die den Architrav in fünf ungleiche Teile gliedern. Die leicht geneigten Reliefplatten darunter zeigen Szenen aus dem Leben des Täufers im Stil des Giovanni d'Agostino.
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