Padiglione d'Arte Contemporanea, Zeitgenössische Kunstgalerie in der Via Palestro, Mailand, Italien.
Das Padiglione d'Arte Contemporanea steht an der via Palestro neben der Villa Reale, auf dem trapezförmigen Grundriss der 1943 zerstörten Stallungen der Villa. Ignazio Gardella behielt diesen Umriss und den Wirtschaftshof bei, dessen Eingang auf die Portiken der Villa ausgerichtet ist. Die Nord- und Ostfassade stammen noch aus dem 18. Jahrhundert; die Südfassade zum Park ist neu. Das Dach, einst Kupferbinder mit Oberlichtern, ist heute flach.
Der Pavillon entstand auf dem Gelände der ehemaligen Stallungen der Villa Belgiojoso, die 1943 durch Bomben zerstört wurden. 1947 suchte die Stadt Mailand Raum für ihre städtischen Sammlungen des 20. Jahrhunderts; im März 1948 wurde Ignazio Gardellas Entwurf ausgewählt. 1954 eröffnete er mit einer Retrospektive zu Georges Rouault; nach dem Bombenanschlag in der Via Palestro 1993 baute Gardella ihn mit seinem Sohn Jacopo wieder auf, 1996 folgte die Wiedereröffnung mit einer Leo-Castelli-Ausstellung.
Das PAC eröffnete 1954 als Sitz der städtischen Sammlungen des 20. Jahrhunderts, und die Wechselausstellungen begannen sogleich mit einer Monografie zu Georges Rouault. Von 1979 bis 1989 richtete die wissenschaftliche Leitung von Zeno Birolli das Programm auf Forschung und Experiment aus, mit Blick auf die New Yorker Szene; 1979 griff Daniel Buren mit einem ortsspezifischen Werk in die Räume selbst ein. 2003 war das PAC an der Gründung von AMACI beteiligt, dem Verband der italienischen Museen für zeitgenössische Kunst.
Der Eingang liegt im alten Wirtschaftshof an der Via Palestro, in einer Flucht mit den Portiken, die ihn mit dem Haupthof der Villa Reale verbinden. Die Südfassade blickt auf die öffentlichen Gärten, und die Galleria d'Arte Moderna grenzt an, sodass sich beide bei einem Spaziergang besuchen lassen.
Maurizio Cattelans Skulptur Lullaby von 1994 ist eine blaue Tasche mit Trümmerstücken, die er nach dem Anschlag von 1993 im PAC einsammelte; sie gehört heute der Fondazione Sandretto Re Rebaudengo in Turin. Die Wiedereröffnungsausstellung 1996 war Leo Castelli gewidmet.
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