Palazzo Piccolomini, Renaissancepalast in Siena, Italien.
Der Palazzo Piccolomini steht an den Banchi di Sotto, Ecke Via Rinaldini; seine hohe Fassade aus rauen dunkelgrauen Steinblöcken steigt zu einem vorspringenden Gesims an. Reihen von Bogenfenstern mit gemeißelten Steinfassungen werden durch ein Gurtband getrennt, unten rechts hängt eine grün-weiß-rote Fahne. Die Fenster des Erdgeschosses rahmen bearbeitete Travertinblöcke, der übrige Teil der Fassade besteht aus porösem Kalkstein.
Der Bau begann 1469 nach Entwürfen von Bernardo Rossellino für die Familie Piccolomini, die mit Papst Pius II. verwandt war. Die Arbeiten wurden später von Pietro Paolo Porrina fortgeführt, der das Gebäude zu einem bedeutenden Werk der sienesischen Renaissance machte.
Der Palast beherbergt das Staatsarchiv von Siena und das Museum der Biccherna-Täfelchen, bemalter Holzdeckel der mittelalterlichen Rechnungsbücher der Stadt. Die hier und dort in die Fassade gemeißelten Mondsicheln verweisen auf das Wappen der Piccolomini.
Im Gebäude befindet sich das Staatsarchiv von Siena sowie eine Sammlung bemalter Holztafeln mit Szenen aus der Geschichte der Stadt. Der Zugang zu bestimmten Bereichen kann eingeschränkt sein, daher empfiehlt es sich, sich im Voraus zu informieren.
Im Archiv des Palazzo werden das Testament von Giovanni Boccaccio und der Originalvertrag für den Fonte Gaia von Jacopo della Quercia aufbewahrt. Diese Dokumente sind nicht immer öffentlich ausgestellt, machen das Archiv aber zu einem der ungewöhnlichsten Bestände Italiens.
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