Palazzo di Città, Barockpalast im Zentrum von Turin, Italien.
Der Palazzo di Città ist Turins Rathaus, ein Barockgebäude an der Piazza Palazzo di Città. Seine beiden Obergeschosse wechseln Fenster und Pilaster ab, mit einer zentralen Uhrstruktur, die von zwei Nischen flankiert wird. Das Erdgeschoss hat einen Portikus; am Eingang stehen Statuen aus der Mitte des 19. Jahrhunderts von Ferdinand von Savoyen, Herzog von Genua, und Eugen von Savoyen. Im Inneren ist der Cortile d'Onore so erhalten, wie Francesco Lanfranchi ihn entwarf.
Den Grundstein legte 1659 der Turiner Erzbischof Giulio Cesare Bergera im Beisein von Herzog Carlo Emanuele II. und dessen Mutter Cristina di Francia an der Stelle des mittelalterlichen Rathauses. Baumeister Francesco Lanfranchi folgte den barocken Plänen Emanuele Tesauros; 1663 waren die Arbeiten abgeschlossen. Die Einweihung fiel mit der Hochzeit des Herzogs mit Francesca Maddalena d'Orléans zusammen, die mit einem Feuerwerk auf dem Platz gefeiert wurde. 1799 zerstörten Jakobiner das Wappen Savoyen-Orléans und seine Bronzelöwen.
Der Stadtrat tagt im Sala Rossa, benannt nach seinen roten Samt- und Damaststoffen; der Saal wurde 1758 von Benedetto Alfieri und erneut 1880–1882 umgestaltet. Die Deckenbilder stammen von Giovanni Andrea Casella (17. Jahrhundert), ein Hochrelief von Giacomo Spalla zeigt Vittorio Emanuele I zu Pferd. Der Sala dei Marmi, 1815 von Lombardi neu dekoriert, dient vor allem standesamtlichen Trauungen.
Der Palazzo liegt an der Piazza Palazzo di Città, wenige Schritte von der Via Garibaldi und der Via Corte d'Appello entfernt, den beiden Straßen an seinen Seitenflügeln. Der Salone dei Marmi im ersten Stock dient zivilen Trauungen, während im Sala Rossa der Stadtrat tagt; der Zugang zu den Räumen richtet sich daher nach dem Verwaltungsbetrieb. Der rückwärtige Hof trägt weiterhin den Namen Corte del Burro, übernommen vom früheren Buttermarkt, den er einschloss.
Der Platz war lange ein Markt: Auf der Piazza delle Erbe wurden Gemüse, auf der nahen Piazza del Grano Tücher und Getreide verkauft. Ein Ziegelbogen namens „la volta rossa“ trennte beide Bereiche, unter dem Händler aus Chieri ihre Stände hatten. Die Piazza del Burro, im 18. Jahrhundert in den Palast einbezogen, lebt als Corte del Burro fort.
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