Villa delle Ginestre, Historische Villa in Torre del Greco, Italien
Die Villa delle Ginestre liegt im Ortsteil Leopardi von Torre del Greco am Fuß des Camaldoli-Hügels (Colle di Sant'Alfonso), weit vom Meer entfernt und anders als die Villen entlang des Miglio d'oro. Der Bau hat einen einfachen quadratischen Grundriss über zwei Ebenen; 1907 wurde an drei Seiten ein neoklassischer Portikus mit dorischen Säulen angefügt, der eine große Terrasse trägt, die auf der einen Seite zum Vesuv und auf der anderen zum Golf von Neapel blickt. Zwei von Giuseppe Ferrigni gepflanzte Zypressen standen neben der Villa, eine davon lebt noch.
Die Villa wurde Ende des 18. Jahrhunderts vom Kanoniker Giuseppe Simioli erbaut und wechselte im Laufe des 19. Jahrhunderts mehrmals den Besitzer, als sie zum bevorzugten Rückzugsort neapolitanischer Familien wurde. Seit 1962 wird sie von der Behörde der Vesuvischen Villen verwaltet und nach umfangreichen Restaurierungsarbeiten der Öffentlichkeit zugänglich gemacht.
Die Villa trägt den Namen des Gedichts La ginestra, das Giacomo Leopardi 1836 hier schrieb, als Gast von Antonio Ranieri, dem Schwager des Besitzers Giuseppe Ferrigni. Seit 2006 wird hier der Premio leopardiano La Ginestra an Forscher vergeben, die Leopardis Dichtung erschließen. Das umliegende Viertel heißt Leopardi zur Erinnerung an den Dichter.
Die Villa steht auf dem Colle di Sant'Alfonso, dem Hügel der Camaldoli, im Viertel Leopardi von Torre del Greco, nicht an den dem Meer zugewandten Hängen des Vesuvs. Sie ist von der Stadt aus über die Straße erreichbar und nach der Restaurierung von 2012 unter der Obhut des Ente per le Ville Vesuviane für Besucher geöffnet. Der Portikus von 1907 und seine Panoramaterrasse blicken auf der einen Seite zum Vulkan, auf der anderen zum Golf von Neapel.
Das Gedicht, das Leopardi hier schrieb, trägt denselben Namen wie die Villa: "La Ginestra" (der Ginster), benannt nach den wild wachsenden Büschen, die den Vesuv bedecken. Die Wahl dieser Pflanze als Symbol war kein Zufall, da Leopardi den Ginster als Bild für das Leben angesichts der Naturgewalt betrachtete.
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