Ponte Settimia Spizzichino, Straßenviadukt in Ostiense, Rom, Italien
Die Ponte Settimia Spizzichino ist eine weiße Stahlbogenbrücke im römischen Viertel Ostiense, die die Circonvallazione Ostiense über die Bahnlinie Rom-Lido und die Metrolinie B nahe der Station Garbatella führt. Ein einzelner röhrenförmiger Bogen mit einem Gitter aus Diagonalen und vertikalen Stäben überspannt 126 Meter und erhebt sich 42 Meter über die Gleise; dünne Kabel hängen ein flaches Deck mit geschlossenen weißen Brüstungen auf. Die Struktur hat zwei getrennte Fahrbahnen von je 16,5 Metern Breite mit drei Fahrspuren sowie einen 1,5 Meter breiten Radweg.
Die Brücke war bereits im Stadtplan Roms von 1962 vorgesehen und wurde im Plan von 2008 bestätigt; die Bauarbeiten dauerten drei Jahre, die Einweihung erfolgte am 20. Juni 2012 für rund 15,4 Millionen Euro. Die Ausführungsplanung stammte von Solidus s.r.l. unter Ingenieur Francesco Del Tosto, ausführende Firma war Cimolai SpA. Auf Vorschlag des Rats des Municipio VIII wurde sie Settimia Spizzichino gewidmet, der einzigen Frau, die die Razzia im römischen Ghetto vom 16. Oktober 1943 und die Deportation von 1.259 Menschen nach Auschwitz überlebte.
Die Brücke trägt den Namen einer Überlebenden der NS-Verfolgung und steht als Zeichen der Erinnerung an die Geschichte Roms. Ihr Bild ist fest mit der modernen Identität des Garbatella-Viertels verbunden.
Das Bauwerk ist zu Fuß, mit dem Fahrrad oder mit dem Auto leicht erreichbar und bietet separate Fahrbahnen für jeden Verkehrstyp. Am besten besucht man es tagsüber, um die Details der weißen Struktur deutlich zu sehen.
Der Planer orientierte sich an spanischen Vorbildern: der Puente de la Barqueta in Sevilla von Juan José Arenas de Pablo und Marcos Jesús Pantaleón Prieto sowie Santiago Calatravas Alameda-Brücke in Valencia und Alamillo-Brücke in Sevilla. Das Fachwerk erinnert zudem an den nahen Gazometro und aus der Ferne an die Form der DNA.
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