Casa Rustici, Rationalistischer Wohnkomplex in Mailand, Italien.
Casa Rustici ist ein rationalistischer Wohnkomplex aus zwei parallelen Blöcken, die durch hängende Laufbrücken verbunden sind und ein charakteristisches Gittermuster an der Hauptfassade entlang des Corso Sempione bilden. Die Struktur zeigt eine innovative Verbindung von Wohnblöcken mit funktionalen Verbindungselementen, die das gesamte Gebäude prägen.
Vittorio Rustici plante zunächst eine zweigeschossige Villa für sich selbst auf einem Grundstück neben der ehemaligen Bahnlinie nach Mortara, entschied sich aus wirtschaftlichen Gründen jedoch für ein Mehrfamilienhaus und behielt sich das Attikageschoss als eigene Wohnung vor. Er beauftragte Pietro Lingeri, den er über die Galerie Il Milione kannte, und Lingeri arbeitete mit Giuseppe Terragni zusammen. Die Bauarbeiten dauerten von 1933 bis 1935; die Stadtverwaltung lehnte die Pläne neunmal ab. 1988 wurde das Gebäude unter Denkmalschutz gestellt.
Das Gebäude zeigt italienische Rationalistische Architektur durch seine geometrische Gestaltung und funktionalen Räume. Die Kombination aus lachsfarbener Duralbo-Verputz und weißem Lasa-Marmor schafft ein klares visuelles Erscheinungsbild, das noch heute die Fassade prägt.
Das Gebäude steht am corso Sempione 36, an der Ecke via Mussi und via Procaccini, auf einem trapezförmigen Grundstück. Die Hauptfassade liegt am corso Sempione; der Nordtrakt folgt der schrägen Linie der ehemaligen Bahnstrecke nach Mortara, heute via Mussi. Der Hof zwischen beiden Trakten wird teilweise durch die hängenden Balkone geschlossen.
Die hängenden Balkone zwischen den beiden Baukörpern hatten auch einen baurechtlichen Zweck: Sie schlossen die Öffnung zum Innenhof teilweise, was die damals geltende Bauordnung nicht erlaubte. Die Stadtverwaltung lehnte das Projekt neunmal ab, bevor der Bau beginnen konnte.
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