Famedio, Gedenkmonument in Montenero, Livorno, Italien
Das Famedio di Montenero ist eine etwa fünfzig Meter lange Säulenhalle mit neun Rundbögen auf toskanischen Pfeilern auf dem Platz vor dem Heiligtum der Madonna delle Grazie. Gusseiserne Gitter aus der Werkstatt Fratelli Gambaro verschließen die Bögen; die Terrasse oben ist nicht mehr begehbar.
Der Portikus mit fünf Bögen wurde 1794 unter Abt Rodesindo Marcucci als Schutz für Pilger begonnen, die Arbeiten ruhten während der napoleonischen Besetzung. Um 1853 wurden unter Abt Vitaliano Corelli vier weitere Bögen angefügt, sodass die Loggia neun Bögen umfasst. Am 5. Oktober 1873 ließ Bürgermeister Federigo De Larderel sie als Gedenkstätte der berühmten Männer der Stadt nutzen; dabei wurden die sterblichen Überreste von Francesco Domenico Guerrazzi vor über 9.000 Menschen beigesetzt.
Der Name famedio, vorgeschlagen von Francesco Domenico Guerrazzi, bedeutet „Tempel des Ruhms“. Seit dem 5. Oktober 1873, als Guerrazzis sterbliche Überreste vor 9.000 Menschen hier beigesetzt wurden, birgt die Loggia die Gräber Livorneser Persönlichkeiten wie des Malers Giovanni Fattori (seit 1908) und des Schauspielers Ernesto Rossi (seit 1928). An andere, darunter Pietro Mascagni und Amedeo Modigliani, erinnern Gedenktafeln; sie sind hier nicht bestattet.
Die Loggia steht auf dem Platz direkt vor dem Heiligtum der Madonna delle Grazie, das über eine große Freitreppe erreicht wird. Die Terrasse auf dem Portikus ist nicht begehbar. Die Anlage wurde restauriert und am 23. September 2021 wieder für die Öffentlichkeit geöffnet; einzelne Bereiche können daher noch wegen Wartung geschlossen sein.
Im Jahr 1873 wurde der Übergang von einer Pilgerstätte zu einer offiziellen Gedenkstätte durch eine Zeremonie gekennzeichnet, zu der Tausende Menschen kamen. Dieses Ereignis markierte den Beginn einer neuen Ära für den Ort, der seitdem ein wichtiger Gedenkort für die Stadt geblieben ist.
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