Mschatta, Wüstenpalastrutinen nahe dem Queen Alia International Airport, Jordanien
Qasr Mshatta ist ein fast quadratischer Palastkomplex aus Kalkstein in der jordanischen Wüste, südlich von Amman, mit einem großen Innenhof und Empfangssälen in der Mitte. Der Komplex ist von einer Außenmauer umgeben, entlang der einst 25 Türme standen, von denen viele heute noch teilweise erhalten sind.
Der Bau des Palastes begann 743 n. Chr. unter dem umayyadischen Kalifen al-Walid II., wurde jedoch nach seiner Ermordung und einem schweren Erdbeben abrupt abgebrochen. Das Gebäude wurde daher nie fertiggestellt, was erklärt, warum viele Bereiche des Komplexes heute noch roh wirken.
Die Südfassade des Palastes ist mit tief eingeschnitzten Reliefs bedeckt, die Tiere, Weinranken und geometrische Muster zeigen, die Einflüsse aus Byzanz und Persien verbinden. Wer genau hinschaut, kann erkennen, wie unterschiedliche künstlerische Traditionen in einem einzigen Gebäude zusammentreffen.
Der Palast liegt in der Wüste südlich von Amman, in der Nähe des Flughafens Queen Alia, und ist am einfachsten mit einem Mietwagen oder einem privaten Transfer zu erreichen. Bei einem Besuch sollte man Wasser und Sonnenschutz mitbringen, da es in der Umgebung keinen Schatten gibt.
Der größte Teil der aufwendig verzierten Südmauer wurde 1903 vom osmanischen Sultan Abd al-Hamid II. als Geschenk an Kaiser Wilhelm II. übergeben und nach Berlin gebracht. Wer das Pergamonmuseum besucht, sieht diese Steinplatten dort ausgestellt und kann den fehlenden Teil im Vergleich mit der Ruine vor Ort erahnen.
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