Fabryka Garbarska Temler i Szwede w Warszawie, Industriedenkmal im Bezirk Wola, Warschau, Polen.
Die Fabryka Garbarska Temler i Szwede ist eine ehemalige Lederfabrik an der Okopowa-Straße 78 im Warschauer Stadtteil Wola, die aus mehreren Backsteingebäuden besteht. Das Ensemble ist als unbewegliches Denkmal eingetragen und steht als eines der wenigen erhaltenen Zeugnisse der frühen Industriegeschichte Warschaus.
Die Fabrik wurde 1806 von Jan Gottfried Temler gegründet, der mit den napoleonischen Truppen nach Warschau gekommen war, und wuchs im Laufe des 19. Jahrhunderts zu einer der größten Gerbereien im Königreich Polen heran. Später trat der Unternehmer Szwede in das Unternehmen ein, und der gemeinsame Name blieb bis zur Schließung der Anlage erhalten.
Die alten Backsteingebäude an der Okopowa-Straße sind ein sichtbares Zeugnis der industriellen Vergangenheit des Warschauer Stadtteils Wola. In diesem Viertel arbeiteten einst Hunderte von Menschen in Gerbereien und Fabriken, deren Spuren noch heute im Stadtbild zu erkennen sind.
Das Gebäudeensemble an der Okopowa-Straße 78 ist von außen gut sichtbar und kann von der Straße aus besichtigt werden. Da sich das Gelände in einem verlassenen Zustand befindet, ist ein Betreten des Inneren nicht möglich, ein Außenrundgang lohnt sich jedoch für alle, die sich für Industriearchitektur interessieren.
Die Fabrik gewann bei internationalen Industrieausstellungen im 19. Jahrhundert Preise für ihre Lederprodukte, was damals für ein Unternehmen in Warschau eine Ausnahme darstellte. Rohmaterialien kamen aus verschiedenen Teilen der Welt, was das Werk zu einem ungewöhnlichen Knotenpunkt des Welthandels in einer Stadt machte, die zu dieser Zeit unter fremder Herrschaft stand.
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