Kyz-Kule, Mittelalterliche Burg in Bakhchysarai Raion, Ukraine.
Kyz-Kule ist ein einzelner Torturm, keine Burg mit mehreren Türmen, auf einer Landzunge am Nordende des Topshana-Plateaus nordwestlich von Eski-Kermen. Der Turm misst an der Basis 6,2 auf 6,3 m, seine Mauern sind 1,0–1,1 m dick, und er ist noch 7,80 m hoch; er besteht aus Bruchstein mit behauener Front auf Kalkmörtel mit zermahlener Keramik. Vor dem Tor lagen ein in den Fels gehauener Graben und Weg, die eine Zugbrücke überquerte.
Die meisten Historiker datieren die Festung in die erste Hälfte des 15. Jahrhunderts, während U. Bodaninsky, der sie 1933 ausgrub, das 10. Jahrhundert vertrat. Laut der ukrainischen Quelle ging der Ort im 14. Jahrhundert bei einem Brand unter, nur der Torturm blieb erhalten. P. S. Pallas erwähnte ihn in seinen Reisenotizen von 1793–1794; E. E. Keller und der Architekt E. F. Pascal dokumentierten die Reste 1821.
Der Name Kyz-Kule bedeutet „Mädchenturm“ auf Krimtatarisch. Eine lokale Überlieferung verbindet den Ort mit den Tscherkessen (Adyge), und der Alternativname Tscherkes-Kermen könnte von einem Tscherkessen namens Kuti-Bey oder Kutlug-Bey stammen, der in tatarischen Verträgen mit Caffa von 1381 und 1387 erwähnt wird. Ein Pfad aus der Schlucht westlich des Turms führt über in den Fels gehauene Stufen hinauf.
Man erreicht die Anlage von der Schlucht westlich von Kyz-Kule über einen Pfad mit in den Fels gehauenen Stufen; das letzte Stück ist eine fast senkrechte Wand aus lockerer Erde, an der man sich an Baumwurzeln hochzieht. Festes Schuhwerk ist nötig. Die Kapelle namens Tempel der Stifter ist schwer zu erkennen: eine kleine Höhle im Fels, direkt vor dem Besucher.
Die 1933 von Usein Bodaninsky ausgegrabene Kapelle misst 7,5 auf 4,5 m und stammt nach der gefundenen Keramik aus dem 15. Jahrhundert. Der Turm ist noch 7,80 m hoch, sein Inneres bildet ein Quadrat von 3,90 m Seitenlänge. Die befestigte Landzunge umfasst 1,38 Hektar, 225 m lang und 75 m breit.
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