Mureybet, Archäologischer Siedlungshügel in Al-Raqqah, Syrien.
Mureybet ist ein versunkener Siedlungshügel am westlichen Ufer des Euphrat im Gouvernement ar-Raqqa in Syrien. Der Hügel erstreckte sich über 75 Meter im Durchmesser und erhob sich bis zu 6 Meter über dem früheren Flussniveau, bevor er durch den Bau des Tabqa-Staudamms unter Wasser gesetzt wurde.
Menschen wohnten hier ununterbrochen zwischen 10.200 und 8.000 vor Christus, eine Zeit, in der Jäger und Sammler begannen, sich niederzulassen und erstmals Pflanzen anzubauen. Archäologen arbeiteten von 1964 bis 1974 an diesem Ort und dokumentierten mehrere Schichten aus verschiedenen Jahrhunderten, bevor das aufgestaute Wasser des Euphrat alle Reste bedeckte.
Wissenschaftler gaben dem Platz seinen Namen nach einem kleinen Dorf auf einer Terrasse am Euphrat, das heute unter Wasser liegt. Die Funde zeigen Werkzeuge aus Feuerstein und Basalt sowie kreisförmige Behausungen mit Steinmauern, in denen die Bewohner erstmals wilde Getreidearten sammelten und zu lagern begannen.
Der Standort liegt vollständig unter dem Assad-Stausee und kann nicht mehr besucht werden, seit die Talsperre in den Siebzigerjahren fertiggestellt wurde. Alle geborgenen Fundstücke befinden sich heute in Museen oder Forschungssammlungen außerhalb der Region.
Dieser Platz gab einer ganzen Epoche ihren Namen und gilt als Musterbeispiel für das präkeramische Neolithikum A in der Levante. Forscher entdeckten hier Spuren früher Nutzung von Wildgetreide, lange bevor Menschen anfingen, Getreide systematisch zu säen und zu ernten.
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