Santa Cruz de Cangas de Onís, Vorromanische katholische Kirche in Cangas de Onís, Spanien.
Santa Cruz de Cangas de Onís ist eine kleine Kapelle in Asturien, die aus einem rechteckigen Grundriss mit zwei Bereichen besteht: einem Kapellenraum und einem Vorbereich mit Zugangsfreitreppe. Im Boden des Innenraums befinden sich fünf massive Steinblöcke eines prähistorischen Megalithgrabs, das unter der Kirche sichtbar bleibt.
Der Ort wurde 737 von König Favila von Asturien und Königin Froiluba gegründet und gehört somit zu den ersten christlichen Bauwerken, die nach der arabischen Invasion der Iberischen Halbinsel errichtet wurden. Der Gründungsstein trägt lateinische Inschriften, die die Altarweihe dokumentieren und das Gebäude als einen der ältesten schriftlichen Belege des christlichen Widerstands in Spanien kennzeichnen.
Die Kapelle zeigt wie christliche Gläubige in Asturien alte heidnische Stätten in ihre neue Religion integrierten und so zwei Welten miteinander verbanden. Man sieht heute noch die fünf massiven Steinplatten des ursprünglichen Megalithgrabs, die in die Kirchenstruktur eingearbeitet wurden.
Der Zugang erfolgt über die Außentreppe des Portikus, und das Innere kann während der regelmäßigen Öffnungszeiten besichtigt werden. Die Sichtöffnung im Fußboden ermöglicht es den Besuchern, die ursprünglichen Megalithblöcke unter der Kapelle zu sehen, ohne Klettern oder besondere Vorkehrungen zu erfordern.
Das Gebäude steht über den Resten eines prähistorischen Megalithgrabs und kombiniert somit zwei völlig verschiedene historische Perioden - Jahrtausende vor der Christianisierung und die frühmittelalterliche Zeit. Diese Umgestaltung war kein Zufall, sondern ein bewusstes Verfahren der frühen Christen, um heilige heidnische Orte in ihre Glaubenspraxis zu integrieren.
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