Isenheimer Altar, Mittelalterlicher Flügelaltar im Unterlinden Museum, Colmar, Frankreich
Der Isenheimer Altar ist ein mehrflügeliges Altarretabel im Unterlinden-Museum in Colmar, Frankreich, das aus bemalten Holztafeln und geschnitzten Figuren besteht. Die Konstruktion erlaubt es, verschiedene Bildebenen durch Öffnen der Flügel sichtbar zu machen, wobei jede Ansicht eine eigene theologische Aussage vermittelt.
Matthias Grünewald malte die Tafeln zwischen 1512 und 1516, während Nikolaus von Hagenau die Holzskulpturen schuf. Nach der Französischen Revolution kam das Werk 1793 aus dem aufgelösten Antoniterkloster in Isenheim in das Museum.
Der Altar wurde ursprünglich für das Antoniterkloster geschaffen, wo Mönche Kranke mit Mutterkornvergiftung behandelten. Die Darstellung der Leiden Christi sollte den Patienten Trost spenden und ihre eigenen Qualen in einen spirituellen Zusammenhang stellen.
Das Altarretabel befindet sich in einem eigenen klimatisierten Raum im Museum, um die empfindlichen Holzpaneele und Farbschichten zu schützen. Besucher können die verschiedenen Ansichten durch die Anordnung im Raum nachvollziehen, auch wenn die Flügel heute nicht mehr bewegt werden.
Die Crucifixion-Szene zeigt Christus mit grünlich verfärbter Haut und zahlreichen Wunden, Symptome, die der Antoniterorden bei Ergotismus-Patienten beobachtete. Diese medizinische Genauigkeit in der Darstellung war für die Zeit außergewöhnlich und spiegelte die Heilungspraxis der Mönche wider.
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