Institut d'art et d'archéologie, Kunst- und Archäologieinstitut im 6. Arrondissement, Frankreich
Das Institut d'art et d'archéologie ist ein viergeschossiges Gebäude an der Rue Michelet im 6. Arrondissement von Paris, das mit roten Backsteinwänden und Elementen im Renaissancestil gestaltet ist. Die Fassade ist reich verziert und steht in einem deutlichen Kontrast zu den schlichten Haussmann-Gebäuden der umliegenden Straßen.
Das Gebäude wurde 1924 nach einem Entwurf des Architekten Paul Bigot begonnen und 1932 fertiggestellt, zu einer Zeit, als die Kunstgeschichte in Frankreich allmählich als eigenständige akademische Disziplin anerkannt wurde. Bigot hatte zuvor den Grand Prix de Rome gewonnen, was ihm eine tiefe Verbundenheit mit der antiken Welt eingebracht hatte.
Das Gebäude liegt im Herzen des Pariser Hochschulviertels, unweit der Sorbonne, und spiegelt die enge Verbindung zwischen Kunstgeschichte und Archäologie wider, die in Frankreich seit dem 19. Jahrhundert gepflegt wird. Wer durch die Fassade schaut, erkennt sofort, dass hier Forschung und Lehre im Mittelpunkt stehen, nicht repräsentative Selbstdarstellung.
Das Gebäude ist hauptsächlich Studierenden und Forschenden zugänglich, da es eine Fachbibliothek für Kunstgeschichte und Archäologie beherbergt. Es empfiehlt sich, vor dem Besuch zu prüfen, ob ein Zugang ohne akademischen Ausweis möglich ist, da die Öffnungszeiten je nach Semester variieren können.
Paul Bigot schuf über viele Jahrzehnte ein detailliertes Modell des antiken Roms, das zunächst im vierten Stock des Gebäudes untergebracht war und die Stadt zur Zeit Konstantins I. darstellte. Dieses Modell wurde später in die Obhut der Universität Caen übergeben, wo es weiter erforscht wird.
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