Silberrollen von Ketef Hinnom, Archäologische Stätte in Jerusalem, Israel
Ketef Hinnom ist ein Gräberkomplex südwestlich der Jerusalemer Altstadt, der mehrere Felskammern umfasst, die in den Hang gegraben wurden. Das Grab Nummer 24 liegt in einer dieser Kammern und war der Fundort zweier kleiner Silberrollen, die zu den ältesten bekannten hebräischen Inschriften gehören und heute im Israelmuseum aufbewahrt werden.
Die Begräbnisstätte entstand im 7. Jahrhundert vor Christus und wurde über mehrere Generationen hinweg von Familien genutzt, die ihre Verstorbenen in den Felskammern bestatteten. Die Silberrollen wurden 1979 bei einer Ausgrabung entdeckt und gelten als die frühesten Belege für biblische Texte außerhalb der Schriftrollen vom Toten Meer.
Die beiden Silberamulette wurden als Schmuckstücke getragen und sollten den Träger schützen, eine Praxis, die in der Region damals verbreitet war. Diese Tradition zeigt, wie Menschen religiöse Texte in ihren Alltag einbanden und sie nah am Körper trugen, um Segen und Sicherheit zu erhalten.
Die Fundstelle liegt in einem offenen Gelände, das man zu Fuß erreicht, und ist Teil eines größeren Ausgrabungsareals mit weiteren Gräbern und Strukturen aus verschiedenen Epochen. Besucher sollten festes Schuhwerk tragen und sich auf unebene Wege einstellen, da das Terrain steinig und teilweise abschüssig ist.
Die Inschriften auf den Rollen ähneln stark dem priesterlichen Segen aus dem Buch Numeri und belegen, dass dieser Text bereits Jahrhunderte vor der heute bekannten Bibelfassung verwendet wurde. Die feinen Gravuren auf dem dünnen Silberblech erforderten eine außergewöhnliche handwerkliche Präzision und Geduld beim Einrollen, bevor die Amulette verschlossen wurden.
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