Wadi es-Sebua, Archäologischer Komplex im Gouvernement Assuan, Ägypten
Wadi es-Sebua ist ein archäologisches Ensemble im ägyptischen Gouvernement Assuan, das aus drei nubischen Tempeln besteht: dem Haupttempel des Ramses II., dem Tempel von Dakka und dem Tempel von Maharraqa. Die Anlage umfasst typische Tempelstrukturen mit Eingangspylonen, Säulenhallen und Allerheiligstem, die mit Reliefs bedeckt sind.
Der Haupttempel wurde im 44. Regierungsjahr von Ramses II. errichtet und war dem Gott Amun-Ra sowie dem vergöttlichten Pharao selbst geweiht. Als in den 1960er Jahren der Assuan-Staudamm gebaut wurde und der Nasser-See entstand, wurden alle drei Tempel etwa 4 Kilometer weiter nordwestlich an ihren heutigen Standort versetzt.
Die Sphinxreihe, die zum Eingang des Haupttempels führt, zeigt Figuren mit menschlichem Gesicht und Falkenkörper, eine Mischform, die in der ägyptischen Tempelkunst selten zu sehen ist. Im Inneren zeigen die Reliefs Ramses II. bei Opferszenen vor verschiedenen Göttern, was einen direkten Einblick in die religiöse Praxis der damaligen Zeit gibt.
Das Gelände liegt am Ufer des Nassersees und ist weitgehend offen, sodass man sich frei zwischen den drei Tempeln bewegen kann. Ein Besuch am frühen Morgen ist ratsam, da die Hitze in den Mittagsstunden in dieser Region sehr intensiv werden kann.
Als das Gebiet im 6. Jahrhundert christianisiert wurde, bedeckten Mönche die alten Reliefs mit einer Putzschicht, um die ägyptischen Götterdarstellungen zu verbergen. Genau dieser Putz schützte die Schnitzereien vor Erosion und ermöglichte ihre Erhaltung bis heute.
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