Venus von Laussel, Paläolithisches Kalksteinrelief in Marquay, Frankreich
Die Venus von Laussel ist ein paläolithisches Kalksteinrelief aus Marquay in Frankreich, das eine nackte weibliche Gestalt darstellt. Die Figur misst 54 Zentimeter in der Höhe und 36 Zentimeter in der Breite und zeigt eine Frau, die in der rechten Hand ein Bisonhorn hält.
Ein französischer Arzt namens Jean-Gaston Lalanne entdeckte das Relief im Jahr 1911 während Ausgrabungen in einem Felsunterstand nahe Marquay in der Dordogne. Wissenschaftler ordnen das Werk der Gravettien-Kultur zu und datieren es auf etwa 25.000 Jahre vor unserer Zeit.
Die Gestalt trägt ein Bisonhorn mit dreizehn Kerben, das von Forschern mit dem Mondzyklus in Verbindung gebracht wird. Rote Ockerspuren auf der Oberfläche deuten darauf hin, dass die Figur einst vollständig bemalt war und möglicherweise bei Ritualen eine Rolle spielte.
Das Original befindet sich heute im Musée d'Aquitaine in Bordeaux, wo es in einer klimatisierten Vitrine aufbewahrt wird. Besucher sollten Zeit einplanen, um die feinen Oberflächendetails und die noch erkennbaren Farbspuren zu betrachten.
Das Bisonhorn weist dreizehn präzise eingeritzte Kerben auf, was eine der frühesten bekannten Zählsysteme der Menschheit darstellt. Diese Markierungen könnten auf ein Verständnis von Zeitzyklen oder astronomischen Beobachtungen hinweisen, das weit über einfache Dekoration hinausgeht.
Die Community neugieriger Reisender
AroundUs vereint tausende ausgewählte Orte, lokale Tipps und versteckte Schätze, täglich bereichert von über 60,000 Mitwirkenden weltweit.