Römisches Ghetto, Jüdisches Viertel im Bezirk Sant'Angelo, Rom, Italien.
Das Römische Ghetto ist ein jüdisches Viertel im Rione Sant'Angelo in Rom und liegt auf einem Gebiet von drei Hektar am Tiberufer. Das Viertel wird von engen Gassen mit hohen Fassaden durchzogen, in denen sich Synagogen, Wohnhäuser und kleine Geschäfte aneinanderreihen.
Papst Paul IV. verfügte 1555 die Errichtung des Ghettos und zwang die jüdische Bevölkerung Roms, in diesem abgeschlossenen Bezirk zu leben. Die Mauern und Tore wurden erst 1870 mit dem Ende des Kirchenstaates beseitigt, als die italienischen Truppen Rom einnahmen.
Der Name Ghetto stammt aus dem Venetischen und wurde hier zum Symbol für jahrhundertelange Abschottung, die heute durch offene Plätze und belebte Gassen abgelöst ist. In den Bäckereien und Konditoreien kaufen Einheimische Pizza ebraica und süße Ricotta-Kuchen, die bis heute nach überlieferten Rezepten gebacken werden.
Die Via del Portico d'Ottavia bildet die Hauptader des Viertels und führt durch das Zentrum, wo sich die meisten Lokale befinden. Wer abseits der Via läuft, findet ruhigere Gassen mit Blick auf Innenhöfe und kleine Plätze, an denen weniger Besucher unterwegs sind.
Unter dem Tempio Maggiore befindet sich ein Museum, das Stoffarbeiten, Ritualgeräte und Dokumente aus der römisch-jüdischen Gemeinde zeigt. Viele Besucher übersehen die Fontana delle Tartarughe, einen kleinen Brunnen aus dem 16. Jahrhundert, an dessen oberen Beckenrand später vier Schildkröten hinzugefügt wurden.
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